Schalke souverän - Lehrstunde für VfB

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Deutsche Presse-Agentur

Souveräne Schalker, chancenlose Stuttgarter, glückliche Berliner und erleichterte Hamburger: Das deutsche Fußball- Bundesliga-Quartett hat einen bewegten Auftakt der UEFA-Pokal- Gruppenphase erlebt. Vor allem Kevin Kuranyi und Marko Pantelic feierten ihre persönlichen Europapokal-Feste.

Elf Tage nach seiner Verbannung aus der Nationalmannschaft führte Kuranyi den FC Schalke 04 mit einem Tor und einer Vorarbeit zum souveränen 3:1 (2:0) über Paris St. Germain. Der zuletzt suspendierte Pantelic sicherte Hertha BSC Berlin beim 1:1 (0:0) gegen Benfica Lissabon zumindest einen Punkt, nachdem er zuvor 65 Minuten nur auf der Bank geschmort hatte. Eine bittere Lehrstunde erlebte der VfB Stuttgart beim zweimaligen UEFA-Pokal-Sieger FC Sevilla mit 0:2 (0:2). Der Hamburger SV siegte 2:1 (2:0) beim slowakischen Liga-Spitzenreiter MSK Zilina, verlor aber Thimothee Atouba mit Verdacht auf einen Achillessehnenriss.

Großer Matchwinner war Schalkes Stürmer Kuranyi. Nachdem die Gelsenkirchener gegen Paris, das nur mit einer B-Elf spielte, durch ein Eigentor von Larrys Mabiala (12. Minute) in Führung gegangen war, schoss sich Kuranyi mit einem fulminanten Schuss (39.) in den rechten Winkel den Frust von der Seele. „Nicht nur das Tor war super, auch im Spiel hat er seine Arbeit gemacht“, lobte Schalke-Coach Fred Rutten Rutten den leidgeprüften Stürmer. Mit einer feinen Vorarbeit bereitete der ehemalige Stuttgarter die Entscheidung durch Halil Altintop (69.) vor. Paris kam vor 48 919 Zuschauern in der Veltins- Arena durch Clement Chantome (90.+2) lediglich zum Ehrentreffer.

Acht Minuten nach seiner Einwechslung in der 66. Minute schoss „Enfant Terrible“ Pantelic mit einem Traumtor den überfälligen Ausgleich gegen Benfica. Der serbische Stürmer war aus disziplinarischen Gründen von Trainer Lucien Favre zuletzt nicht berücksichtigt worden. „Er hat es heute gut gemacht“, sagte Favre versöhnlich. Die Portugiesen hatten die Hertha kurz nach der Pause durch Angel di Maria (51.) vor 26 144 Zuschauern kalt erwischt. Berlin ließ eine Großzahl an Chancen ungenutzt.

Ohne Chance war dagegen der VfB Stuttgart beim FC Sevilla. Ein Doppelschlag von Romaric (15.) und Renato (16.) besiegelte früh die verdiente Niederlage. Der UEFA-Pokal-Sieger von 2006 und 2007 erteilte dem VfB vor 35 000 Zuschauern eine Lehrstunde. Stuttgart steht nun bereits im zweiten Gruppenspiel am 6. November gegen Partizan Belgrad unter Zugzwang.

Unnötig zittern musste der Bundesliga-Spitzenreiter HSV in der Slowakei. Das 2:0 zur Halbzeit durch Mladen Petrics achtes (16.) und Ivica Olics (45.+1) sechstes Pflichtspieltor erwies sich nur als scheinbar beruhigende Führung. Emil Rilkes (69.) überraschender Anschlusstreffer bescherte dem HSV bei nasskaltem Wetter ein ungemütliches Ende. Zudem musste Atouba mit Verdacht auf einen Achillessehnenriss zehn Minuten vor Spielende ausgewechselt werden. Drei Tage vor dem Bundesliga-Spitzenspiel bei 1899 Hoffenheim siegte der HSV am Ende aber verdient. „Wir sind froh, dass wir gewonnen haben, auch wenn wir zum Schluss die Kontrolle verloren haben. Das mit Atouba ist sehr bitter. Er wird uns wohl Monate fehlen“, sagte HSV-Coach Martin Jol.

Bis auf den HSV müssen alle Bundesligisten nun wieder am 6. November ran. Auch der VfL Wolfsburg greift dann gegen den SC Heerenveen ins Geschehen ein. Schalke tritt bei Racing Santander und Hertha bei Metalist Charkow in der Ukraine an. Die Hamburger spielen erst am 27. November wieder gegen Ajax Amsterdam.

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