Schade um das schöne Geld

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Deutsche Presse-Agentur

Greetsiel an der Nordseeküste: Der Himmel ist ständig grau und es regnet. Mirabel Blinker (Heike Makatsch) träumt von einem besseren Leben für sich und ihren Sohn.

Aber sie muss in der örtlichen Fischfabrik Tiefkühlpizzen mit thailändischen Krabben bestücken, mit fünf Stück pro Pizza. Nicht mehr und nicht weniger. Ein Lottogewinn käme in solch einer Lage recht, so wie in der ZDF- Komödie „Schade um das schöne Geld“ an diesem Montag um 20.15 Uhr.

Ihr Chef, der Fischfabrikant Klaas Jonkers (Uwe Ochsenkecht), leidet auf deutlich höherem Niveau. Die Firma läuft gut. Sein Verhältnis zu den Angestellten ist gut. So gut sogar, dass er mit Gloria (Cosma Shiva Hagen) eine Affäre hat. Ein schönes Leben, wäre da nicht seine Frau (Catrin Striebeck). Bademeister und Surflegende Menno Düül (Marc Hosemann) würde lieber atlantische Wellen und die Herzen französischer Mademoiselles brechen, Bruno Karras (Christian Ulmen) will endlich zum Busfahrer des Jahres gekürt werden.

Träume, alles Träume. Aber dann kommt sie: die Chance, auf die alle gewartet haben. Die dörfliche Tippgemeinschaft knackt den Jackpot im Lotto. 25 Millionen Euro. Das ist so viel Geld, dass es für jeden reicht. Könnte man glauben. Dies ist aber nicht so. Es beginnt das große Hauen und Stechen um die Beute. Jeder gegen jeden, egal mit welchen Mitteln. Hauptsache, das Geld geht nicht an die anderen. Wer da nicht gut gerüstet ist, bleibt auf der Strecke.

Mirabel und Menno werden als erste rausgekickt. Sie werden vom Gewinn ausgeschlossen und müssen mit ansehen, wie ihre Anteile in den gierigen Händen der Mitspieler verschwinden. Als sich Menno seine Beteiligung am Profit ausgerechnet durch eine Liaison mit Mirabels bester Freundin Gloria sichert, schmiedet Mirabel ihren eigenen Plan und setzt dabei auf den Geiz und die Profitsucht. Tatsächlich schafft sie es, mit einem Trick den anderen 200 000 Euro aus den Rippen zu leiern. Der Showdown beginnt - und zwar „friesisch herb“, heißt es beim ZDF.

Herb ging es auch zum Abschluss der Dreharbeiten zu: 30 Teammitglieder feierten in einer Hafenkneipe in Bensersiel, als der Wasserspiegel der Nordsee in kürzester Zeit stark anstieg und der Weg zum Land abgeschnitten war. So musste das Team die Nacht über in der Kneipe ausharren und auf den Rückgang der Fluten warten. Um 7 Uhr morgens konnten endlich alle unbeschadet den Weg zurück über den Deich antreten.

Mit Lars Becker hat ein gebürtiger Ostfriese den Film „Schade um das schöne Geld“ in Szene gesetzt. Er drehte bereits für die ZDF- Produktionsfirma Network Movie mehrere Filme, unter anderem die Reihe „Nachtschicht“. In den Filmen spielt Armin Rohde als Polizist eine gewichtige Rolle, auch bei „Schade um das schöne Geld“ ist er dabei. „Er stellt in der Besetzung seiner Figuren so viel Erstklassigkeit und Besonderheit zusammen, dass daraus am Schluss wieder eine höchst vergnügliche und harmonisch ineinandergreifende Ensemblearbeit wird“, sagt der zuständige ZDF-Redakteur Daniel Blum.

Was den Regisseur Becker ausmacht, bringt Blum auf den Punkt: „Er schreckt vor dem Mittel der bewussten Überzeichnung einer Figur nicht zurück, weil er weiß, dass man in der Überzeichnung und dem Humor und der Groteske, die dabei entsteht, ein schönes Stück Wahrheit zu Tage fördern kann.“

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