Sammer sieht deutschen Fußball auf gutem Weg

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Deutsche Presse-Agentur

Matthias Sammer hat für den deutschen Fußball eine positive Jahresbilanz für 2008 gezogen, für das dauerhafte Erreichen der „anspruchsvollen Ziele“ aber harte Arbeit eingefordert.

„Unser Anspruch ist es, zur Weltspitze zu gehören. Wir wollen eine führende Rolle einnehmen und natürlich auch Titel gewinnen. Wir sind auf einem kontinuierlichen Weg dorthin“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dem Fachmagazin „kicker“ im Interview. Der Ex-Nationalspieler nannte den zweiten Platz des DFB-Teams bei der Europameisterschaft und den EM-Titelgewinn der deutschen U 19 „eine Bestätigung für die Richtigkeit unseres eingeschlagenen Weges der Eliteförderung“, dies seien aber lediglich „gute Zwischenergebnisse“.

Führende Fußball-Nationen wie Spanien, Italien, England oder auch Frankreich hätten „einen klaren Vorsprung, gerade in der Ausbildung junger Fußballer“, sagte der 41-Jährige einschränkend. Doch dank einer optimierten Aus- und -Weiterbildung für Fußball-Lehrer und einer bis zur U 15 reichenden professionalisierten Grundlagenschulung seien auch in Deutschland Fortschritte erkennbar. „Junge Spieler drängen nach“, betonte Sammer und nannte als Beispiele den Gladbacher Markus Marin, die Schalker Manuel Neuer und Benedikt Höwedes, die Stuttgarter Serdar Tasci oder Sami Khedira und andere.

Mit den deutschen U-Teams will Sammer „den eingeschlagenen Weg fortführen“ und den dominierenden Nationen den Kampf ansagen: „Wir müssen uns auch an unseren Zielen messen: Wir wollen Titel holen. Einen erneuten Titelgewinn im U-Bereich streben wir daher 2009 ganz klar an.“ Und auf Sicht müssten auch die Top-Mannschaften aus der Bundesliga international wieder Flagge zeigen und an einstige Erfolge in den Club-Wettbewerben anknüpfen. „Permanente Präsenz im Viertel- und Halbfinale der Champions League muss das nächste Ziel sein, in den kommenden zwei, drei Jahren“, forderte Sammer.

Um die Basis für dauerhafte sportliche Erfolge zu legen, gelte es, den Beruf und die Stellung des Fußball-Lehrers in Deutschland zu stärken, betonte Sammer. „Nur weil man viele Jahre erfolgreich gespielt hat, erfüllt man das Anforderungsprofil eines Trainers nicht“, sagte der DFB-Sportdirektor und erteilte Teamchef-Lösungen wie einst bei Rudi Völler (Nationalelf) und zuletzt Markus Babbel (VfB Stuttgart) für die Zukunft eine Absage. „Ein heutiger und zukünftiger Fußball-Lehrer muss der Komplexität des Fußballspiels und seiner öffentlichen Stellung gerecht werden, er muss inhaltlich- sportliche wie auch persönliche Kompetenzen haben“, betonte Sammer.

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