Sachsen zahlt für künstliche Befruchtungen

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Deutsche Presse-Agentur

Bundesweit einmalig können ungewollt kinderlose Ehepaare in Sachsen auf finanzielle Unterstützung des Staates bei künstlichen Befruchtungen setzen. Dadurch würden Paare deutlich entlastet, sagte Sachsens Sozialministerin Christine Clauß (CDU) laut einer Mitteilung.

Vom 1. März an werden Paare ab der zweiten und dritten Behandlung mit einer Pauschale von bis zu 900 Euro pro Behandlung unterstützt, für die vierte wird ein Zuschuss von 1600 bis 1800 Euro gezahlt. Der Landtag hatte die Regelung im Dezember vergangenen Jahres mit dem Haushalt beschlossen. In diesem und im kommenden Jahr stehen dafür je rund 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. „Ich hoffe, viele Länder schließen sich unserem guten Vorbild an“, sagte Clauß.

Finanzielle Unterstützung wird verheirateten Paaren gewährt, die seit mindestens einem Jahr in Sachsen leben. Die Altersbegrenzung liegt für Frauen zwischen 25 und 40 Jahren, für Männer zwischen 25 und 50 Jahren. Außerdem müssen die Behandlungen in einer sächsischen Einrichtung vorgenommen werden. Leistungsansprüche an eine private Krankenversicherung dürfen nicht bestehen.

Seit 2004 werden Behandlungen des unerfüllten Kinderwunsches - unter anderem In-vitro-Fertilisation (Befruchtung der Eizelle außerhalb des Körpers) - von gesetzlichen Krankenkassen nur noch zur Hälfte und ab der vierten Behandlung gar nicht mehr erstattet. Auch die Kriterien für die Inanspruchnahme wurden verschärft. In der Folge verzichteten Paare oder brachen Behandlungen ab. Die Zahl der Geburten nach reproduktionsmedizinischen Behandlungen sank schließlich bundesweit um etwa 50 Prozent. In Sachsen ging die Zahl der künstlichen Befruchtungen von 2003 bis 2007 um rund 1700 zurück.

Flyer: www.publikationen.sachsen.de

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