Russland stationiert neue Raketen an NATO-Grenze

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Die Stationierung des Raketensystems „Iskander“ sei eine Reaktion auf die geplante US-Raketenabwehr in Mitteleuropa, sagte Medwedew in seiner ersten Rede zur Lage der Nation in Moskau. Nähere Angaben machte er nicht. Auch Medwedews Vorgänger Wladimir Putin hatte bereits die Stationierung von Kurzstreckenraketen bei der Stadt Kaliningrad, dem früheren Königsberg, angekündigt.

In seiner Rede forderte Medwedew auch eine radikale Reform des Weltfinanzsystems. Russland sei zur Zusammenarbeit mit den USA, der Europäischen Union und den sogenannten BRIC-Schwellenländern Brasilien, Indien und China bereit. Die Ansprache im Kreml wurde live vom Staatsfernsehen übertragen. „Die Krise sollte allen verantwortungsbewussten Nationen gezeigt haben, dass es höchste Zeit für eine radikale Reform des Wirtschaftssystems ist.“ Medwedew meinte, Russland werde gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Drei Monate nach dem Krieg gegen Georgien unterstrich der Präsident, dass Russland „im Kaukasus nicht nachgeben“ werde. „Es gibt Dinge, für die man kämpfen muss. Dinge, die uns wichtig sind und ohne die wir uns unser Land nicht vorstellen können“, verteidigte Medwedew den Waffengang um die von Georgien abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien. Er warf der Regierung des scheidenden US- Präsidenten George W. Bush indirekt eine Mitverantwortung am Blutvergießen im Südkaukasus vor. Zudem habe die „Tragödie“ die Effektivität internationaler Sicherheitssyteme infrage gestellt, sagte Medwedew vor Vertretern des öffentlichen Lebens Russlands.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen