Russischer Schick aus Stoffresten

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Schwäbische Zeitung

Friedrichshafen (sz) - Die Abschlussklasse der Grafikdesigner der Bernd-Blindow-Schulen in Friedrichshafen haben Ende Januar eine besondere Art des Unterrichts erfahren, wie die Schule mitteilt. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Modedesign hatte Fotodesign-Dozent Reinhard Tröster-Braun ein Fotoshooting unter dem Motto „Russian-Slavic Glam“ veranstaltet, welches den Schülern unter reellen Bedingungen verschiedene Bereiche des Berufs Grafikdesigner nahebringt. Das Ergebnis soll auch der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Angefangen hatte alles vor ungefähr einem Jahr mit einer Stoffbahn im Modeatelier, bei deren Anblick Modedesign-Dozentin Julia Jaschek Bilder des alten prunkvollen Russlands, der Basilius-Kathedrale und slawischer Folklore in den Sinn kamen. Die Idee eines experimentellen Upcycling-Projekts war geboren. Anhand eines sogenannten Moodboards vermittelte die Dozentin ihren Schülerinnen die Aufgabenstellung: weibliche, avantgardistische, freche Mode, inspiriert von der Folklore und Architektur Russlands. Da es sich um ein Upcycling-Pojekt handelte, durften ausschließlich Stoffreste aus dem Lager benutzt werden, lediglich Tüll wurde hinzugekauft. Mit sehr viel Spaß, Engagement und Kreativität setzten die Schülerinnen der Klasse MD 9/18 das Thema um, heißt es in der Pressemitteilung. In Zweier-Teams schufen sie außergewöhnliche Stücke. Und schnell war auch Reinhard Tröster-Braun, Dozent für Fotodesign, klar, dass er das Thema nochmal aufgreifen wollte.

Bereits in der Vergangenheit kooperierten der Mode- und der Grafik-Design-Bereich, letztmalig zum Thema „Rokoko“. Und wie schon damals sollte also nun die Abschlussklasse der Grafikdesigner die Modekreationen ins rechte Bild rücken. Zusammen konzipierten die Dozenten Jaschek und Tröster-Braun das Fotoshooting. Der passende Hintergrund wurde ausgesucht, die Lichtstrategie entworfen. Zwei Schülerinnen des Fachbereichs Modedesign stellten sich als Models zur Verfügung und Make-up-Artistin Katharina Sterk, Schwester von Dozentin Julia Jaschek, sorgte für das passende Styling. Dann galt es für die angehenden Grafikdesigner, zu zeigen, was sie gelernt hatten: Belichtungszeit, Blitzsynchronisation, ISO-Wert, Brennweite – all dies galt es, aufeinander abzustimmen und den jeweiligen Sets anzupassen.

Für die Grafikdesigner ist nach dem Fotoshooting das Projekt allerdings noch nicht zu Ende. Im nächsten Schritt heißt es, die Bildauswahl nachzubearbeiten, Korrekturen vorzunehmen. Anschließend geht es daran, die Bilder druckfertig zu machen. Das Projekt kombiniert mehrere Unterrichtsfächer, wie Fotodesign, Typografie, Grafikdesign und Drucktechnik. Für die Schüler fügt sich so auch das Arbeitsbild eines Grafikdesigners zusammen

In Kooperation mit dem Druckhaus Müller soll das Ergebnis großformatig gedruckt werden und die Schulgalerie zieren. Beim Tag der offenen Tür der Bernd-Blindow-Schulen am Samstag, 16. Mai, können die Fotos begutachtet werden.

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