Rummenigge: Mehr Unterstützung für Topclubs

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der deutsche Fußball gerät im europäischen Wettstreit nach Ansicht von Karl-Heinz Rummenigge und Co. immer weiter ins Hintertreffen.

„Der einzige Wertmaßstab ist die Champions League. Wir hatten dort mal vier Mannschaften, dann drei, jetzt zwei. Und von diesen zweien sind wir der letzte Mohikaner“, klagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München in einem Interview des Internetportals „sport1.de“. Angesichts der sinkenden Bedeutung der Bundesliga müsse die Deutsche Fußball Liga (DFL) aktiv werden. „Ich mahne die DFL an, einfach mehr für die Topclubs zu tun. Wir werden sonst irgendwann alle die Zeche zahlen müssen“, sagte Rummenigge.

„Ich will jetzt keine große Verteilerdiskussion eröffnen“, sagte der Bayern-Chef. Grundsätzlich werde der Stellenwert jeder Liga aber nach deren Spitze bewertet. „Und was in der Vergangenheit gemacht wurde, war einfach nur eine Stärkung der Schwachen und eine Schwächung der Starken. Und die hat dazu geführt, dass die einstmals stärkste Liga der Welt, die die Bundesliga in den Achtzigern mal war, jetzt mit Frankreich um Platz vier kämpft. So lautet das nackte, faktische Ergebnis.“ In diesem Jahr hatte sich neben Meister Bayern München nur Werder Bremen für die Champions League qualifiziert, die Hanseaten mussten aber schon nach der Vorrunde die Segel streichen.

„Man kann nicht verlangen, dass Clubs wie Bremen, Schalke, Bayern oder wer auch immer in der Champions League spielen, obwohl sie gar nicht finanziell in der Lage sind, gegen die großen Konkurrenten zu bestehen“, erklärte Rummenigge. Anders als der Bayern-Vorstandschef sieht sein Trainer Jürgen Klinsmann aber nicht in finanziellen Gründen die Hauptursache für den Rückstand der Bundesliga. „Wir haben in Deutschland einfach Aufholbedarf, müssen intensiver arbeiten“, sagte der Coach der „Bild“-Zeitung.

„Fitness ist die Basis, um mithalten zu können“, sagte Klinsmann und mahnte, „auf dem Rasen müssen wir einfach mehr tun“. Es stimme ihn traurig, dass mit dem FC Bayern nur ein deutscher Verein den Sprung ins Achtelfinale der europäischen Königsklasse geschafft habe - anders als etwa die Konkurrenz aus England oder Spanien. „Die haben alle durchgebracht und wir stehen als einzige Deutsche da.“

Auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sieht bei der Bundesliga Nachholbedarf. „Die Bundesliga bräuchte den ein' oder anderen Weltstar“, sagte Bierhoff im Bayerischen Fernsehen. Bierhoff stellte der Bundesliga aber nach der Hinrunde ein positives Zwischenzeugnis aus. „Mich freut es, dass Hoffenheim, die Bayern, Leverkusen mit Bruno Labbadia oder Jürgen Klopp in Dortmund, dass junge Trainer Erfolg haben“, sagte der frühere Nationalstürmer. „Das sind alles junge Trainer, die neue Wege gehen, die diese Dinge umsetzen, die wichtig für den modernen Fußball sind.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen