Rumäniens Ex-König bricht mit den Hohenzollern

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Michael von Rumänien
Michael von Rumänien
Redaktionsleitung
Deutsche Presse-Agentur

Am Dienstag hat der frühere König von Rumänien in der Hauptstadt Bukarest seinen 90. Geburtstag gefeiert. Viele gekrönte Staatsoberhäupter sollen unter den Gästen gewesen sein, der Sigmaringer Fürst Karl Friedrich reiste nicht nach Rumänien. Das könnte daran liegen, dass es um die Beziehungen der beiden Adelshäuser nicht zum Besten bestellt ist.

Ex-König Michael löste im Mai dieses Jahres seine Verbindungen zum Sigmaringer Fürstenhaus. Er wolle der Dynastie und dem Königshaus einen nationalen und unabhängigen Charakter verleihen, hieß es im damaligen Kommuniqué. Die Entscheidung gehe auf einen Wunsch zurück, den der Großvater Michaels, Ferdinand I. geäußert haben soll.

König Ferdinand war der zweite Chef des rumänischen Königshaus, der aus der Sigmaringer der Hohenzollern Linie abstammt. Sein Vorgänger, König Karl I., ein Sohn des Fürsten Karl Anton, wurde per Volksabstimmung zum Fürsten gewählt und 1881 zum König proklamiert. Ferdinand, der zweitgeborene Sohn von Fürst Leopold wurde von seinem kinderlosen Onkel Karl I. von Rumänien adoptiert. Ferdinand bestieg 1914 den rumänischen Thron. Seither gab es keine Unterbrechungen mehr in der Thronfolge, weshalb der Sigmaringer Fürst Karl Friedrich nicht unmittelbar zur Thronfolge anstehen würde.

Aktueller Hintergrund für die Loslösung sind offenbar Streitigkeiten um einen Adelstitel. Das Sigmaringer Fürstenhaus will sich offiziell nicht äußern. Ein rumänisches Gericht erkannte einem Verwandten Michaels den Titel Prinz von Hohenzollern ab. Dies soll den Chef des Adelshauses derart in Aufregung versetzt haben, dass er die Verbindung nach Sigmaringen völlig kappte. Besonders eng sei das Verhältnis vorher auch nicht gewesen, heißt es aus dem Umfeld Karl Friedrichs.

Michael wurde am 25. Oktober 1921 im Karpatenort Sinaia geboren. Seinen bedeutendsten Schritt als König machte er am 23. August 1944, im Alter von 22 Jahren. Er ließ den damaligen Regierungschef, Marschall Ion Antonescu, verhaften und erklärte dem bis dahin mit Rumänien verbündeten Deutschland den Krieg.

1947 dankte Michael auf Druck der Kommunisten ab und floh in die Schweiz, wo er den größten Teil seines Exils verbrachte.

Seinen Lebensunterhalt verdiente Michael im Exil mit Geflügelzucht, als Testpilot sowie als Börsenmakler. Nach dem Fall des Kommunismus verweigerten ihm die damals in Rumänien regierenden Wendekommunisten zunächst die Einreise. 2001 kam es jedoch zur Versöhnung.

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