Ruß als Düngemittel

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Dieser Ratschlag kam aus England, wo man laut Wochenblatt Ruß mancherley Gestalt und zu allerley Saaten als Düngemittel benutzte. Die Wochenblatt-Empfehlung enthielt unter anderem folgende Passagen:

In seinem einfachen Zustande thut er (der Ruß) die besten Dienste auf leichtem, steinigem, kreidigem und kalkigem Boden; als Dünger-Gemenge sind 2 Fuder Ruß zu 2 Fuder Kalk und 10 Fuder Erde das beste Verhältniß. Erde und Ruß aber müssen fürs erste allein vereiniget und wohl untermengt, 8 bis 10 Tage ruhig in einem Haufen liegen, und dann erst schichtenweise mit dem Kalke vermischt werden, worauf man' das Ganze 4 bis 6 Wochen liegen läßt, und nach dieser Zeit abermals durcheinander arbeitet.

Angepriesen wird Ruß „im einfachen Zustand“ auch als kräftiges Düngemittel zum Bestreuen von Saaten: „Im Frühjahr schüttet man ihn mit der Hand auf Futterkräuter, oder auf der den Winter hindurch sehr gelitten hat, so wie er auch bey jeder anderen Saat, welche zu kränkeln scheint, mit gutem Erfolge angewendet wird“.

Das Wochenblatt teilte weiter mit, dass die Rußdüngung auf Saaten nur für ein Jahr wirke. Auf „Grasländereyen“ spüre man länger keine Wirkung. Angemerkt wird dann: „Der Graswuchs wird nicht dadurch schnell vermehrt und dauerhaft, sondern die erst mit Ruß gedüngten Grasländer, wenn man sie wieder als Getreideland benutzt, sind dann „um so fruchtbarer“.

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