Royal Blood: „Im Lockdown entstanden die besten Songs“

Royal Blood
Royal Blood haben die Extrazeit genutzt. (Foto: Hugo Marie / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Felix Schröder

Beim ersten Stück von „Typhoons“ könnte man meinen, das britische Rock-Duo Royal Blood habe mit dem Songtitel „Trouble's Coming“ die Pandemie vorausgesagt. Mit der Single (zu deutsch: Es kommt Ärger), die aber noch vor Corona entstand, leiten die Musiker ein Album mit abwechslungsreichen Elektro- und Pop-Einflüssen ein.

„'Trouble’s Coming' war der Lichtschalter“, sagt Sänger, Bassist und Pianist Mike Kerr. Mit dem Song sei das Album ins Rollen gekommen. Die Pandemie hätte fast einen Strich durch die Rechnung gemacht: Anfang 2020 ging die Band nach Label-Angaben in ihr Londoner Studio - nach zwei Wochen wurde die Produktion wegen Corona abgebrochen.

Doch das hielt die Band nicht vom Weitermachen ab: „Die besten Songs des Albums sind während des Lockdowns entstanden“, sagt Kerr. „Jedes Mal, wenn die geplante Veröffentlichung wieder ein Stück nach hinten verschoben wurde, bekamen wir dadurch Extrazeit geschenkt, die wir gut investiert haben.“

Nach dem Aus in London klimperten Kerr und Drummer Ben Thatcher in ihrem Studio in Brighton drauflos und übernahmen erstmals die komplette Produktion eines Albums. Vorweisen können sie bisher zwei britische Nummer-eins-Platten und Tourneen auf der ganzen Welt mit Größen wie den Foo Fighters oder Queens Of The Stone Age.

Songtitel wie „Mad Visions“ (Verrückte Visionen) oder „Who Needs Friends“ (Wer braucht Freunde) klingen schon irgendwie - zumindest laut Titel - nach Pandemie. „Million And One“ oder „Limbo“, ein grooviger Pop-Titel, ragen daneben besonders heraus. Das Plattenlabel Warner beschwärmt „Limbo“ als „maximale Grenzüberschreitung“: „Royal Blood haben hier etwas bemerkenswert Neues geschaffen, während sie zugleich ihren Wurzeln treu bleiben.“

Wenn man das Album umschreiben will, kommt man auf eine Mixtur aus Rock, Pop, New French House und Techno. Royal Blood bleiben ihrer DNA treu - aber immer wieder sickern pop-lastige Rhythmen und Synthesizer durch. Wer kein Vollblut-Rockfan ist und auch andere Einflüsse spannend findet, sollte an „Typhoons“ Spaß finden.

© dpa-infocom, dpa:210427-99-368808/4

Website Royal Blood

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