Riestern mit Rabatt: Sparpläne aus dem Fonds-Shop

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Riester-Vertrag ist für viele Sparer wegen der hohen staatlichen Zulagen als Altersvorsorge interessant. Noch besser sorgt derjenige vor, bei dem die Gebühren möglichst niedrig sind.

Wer sich für einen Riester-Fondssparplan entscheidet, kann diese Produkte auch bei einem freien Fondsvermittler kaufen. So umgeht er oft den kompletten Ausgabeaufschlag. Der Rabatt sollte für Anleger aber nicht das einzige Kriterium bei der Auswahl sein.

Es kann sich lohnen, einen Riester-Fondssparplan nicht direkt bei der Fondsgesellschaft oder Bank zu kaufen. Bei einer 35-jährigen Laufzeit und jährlich 420 Euro Einzahlung kommt man am Ende - bei einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent - auf 138 068 Euro, erläutert Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen.

Wird ein Ausgabeaufschlag von fünf Prozent abgezogen, hat der Sparer am Ende lediglich 131 494 Euro zusammen - ein Unterschied von rund 6500 Euro. „Das ist doch schon ein Batzen“, sagt Gottschalk. Inzwischen gibt es etliche freie Fondsvermittler, die sich auch Fonds-Shop nennen. Sie bieten Investment-Fonds und teilweise eben auch Riester-Fondssparpläne laut der Stiftung Warentest in Berlin mit bis zu 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag an. Die Vermittler bekommen von den Fondsgesellschaften eine Provision. Die Papiere lagern im Depot der Fondsgesellschaft.

Die Kunden zahlen ihre Beiträge direkt an die Fondsgesellschaft, die Fonds-Shops treten ausschließlich als Vermittler auf. „Wenn der Vermittler Geld auf sein eigenes Konto überwiesen haben möchte, sollten daher die Alarmglocken klingeln“, sagt Karin Baur, Redakteurin der von der Stiftung Warentest herausgegebenen Zeitschrift „Finanztest“. Auch versuchten die Anbieter oft, zusätzlich noch weitere Produkte anzubieten, die man möglicherweise gar nicht haben möchte, warnt die Expertin: „Dazu sollte man sich nicht überreden lassen.“

Auch wenn durch den Wegfall des Ausgabeaufschlags eine Menge Geld gespart werden kann, sollte der Rabatt nicht das ausschlaggebende Kriterium sein, rät Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart: „Anleger sollten zunächst ein gutes Produkt auswählen. Anschließend kann man dann noch gucken, wo man dieses Produkt besonders günstig kaufen kann.“

Die Riester-Rente gilt wegen der hohen staatlichen Zulagen gemeinhin als gute Möglichkeit der Altersvorsorge. Doch nicht immer bietet sie eine bessere Rendite als andere Anlageformen, sagt Nauhauser: „Riester-Fondssparpläne schichten mit zunehmendem Alter des Kunden das Geld in festverzinsliche Anlagen um. Das schmälert natürlich die Rendite.“ Andere Fonds sind länger aktien- und damit renditeorientierter.

Wer sich schon für einen Riester-Fondssparplan entschieden hat, kann laut Baur auch noch nachträglich die Bezugsquelle wechseln und so den Sparplan zu einem freien Fondsvermittler übertragen: „Um die Formalitäten kümmert sich dann der neue Anbieter.“

Das Angebot an Riester-Fondssparplänen ist vergleichsweise überschaubar. Die Stiftung Warentest hat die Angebote der Fondsgesellschaften unter die Lupe genommen. Sie empfiehlt Riester-Fondssparpläne nur für Anleger unter 50 Jahren. Ältere Sparer sollten eher andere Riester-Produkte wie Banksparpläne wählen. Auch Internetadressen freier Fondsvermittler hat die Organisation zusammengestellt.

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