Ribéry rettet Coach den Job - Schweiz siegt 2:0

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Deutsche Presse-Agentur

Franck Ribéry hat Frankreich auf WM-Kurs gehalten und seinem umstrittenen Coach Raymond Domenech zumindest vorerst den Job gerettet.

„Das war ein ganz, ganz wichtiger Sieg für uns“, sagte der Starspieler des FC Bayern München über den im Kampf um das Ticket zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 bitter nötigen 1:0-Erfolg seiner „Equipe Tricolore“ in Litauen, den er mit einem sehenswerten Linksschuss sicherstellte. Während Ottmar Hitzfeld mit der Schweiz im deutschen Trainer-Duell Otto Rehhagels Griechen im Rennen um den Gruppensieg jagt, Spanien und die Niederlande allmählich für die WM- Endrunde in Südafrika planen können, stellte Frankreich (7 Punkte) mit dem Dreier in Litauen (9) in Gruppe 7 erst den Anschluss her.

„Jetzt müssen wir in Paris nachlegen“, fordert Ribéry, dessen Team erneut auf die hinter Serbien (12) zweitplatzierten Litauer treffen. Nachdem der Überraschungs-Spitzenreiter mit dem 3:2 in Rumänien seinen Siegeszug fortgesetzt hatte, war es einmal mehr Ribéry zu verdanken, dass Frankreich weiter hoffen darf. „Die Blauen entkommen der Falle“, titelte „L'Equipe“. „Dank wem? Dank Ribéry. Wieder mal war es der Biss von Ribéry, der zum Sieg geführt hat“, fügte die Zeitung „Ouest-France“ hinzu. Ribérys stark unter Druck stehender Trainer kann erst mal aufatmen. „Dieses Team ist dabei zu wachsen“, befand Domenech erleichtert. Und: „Der Sieg war wichtig, aber er ist nur etwas wert, wenn wir auch Mittwoch punkten“.

Die Schweiz kam dank der Tore des Dortmunders Alexander Frei und von Gelson Fernandes zu einem 2:0-Arbeitssieg in Moldawien und durfte doppelt jubeln, als Hitzfeld die Kunde vom „Wunschergebnis“ zwischen Israel und Griechenland (1:1) erreichte. „Wir haben ein sehr, sehr schweres Spiel schadlos überstanden. Es gab drei Punkte zu gewinnen, keinen Schönheitspreis“, sagte der frühere Meistermacher von Borussia Dortmund und Bayern München. Mit 10 Punkten schlossen die Eidgenossen dank der erhofften Schützenhilfe zu Spitzenreiter Griechenland auf, dem der Treffer von Theofanis Gekas nicht zum Sieg in Israel reichte. „Das ist kein schlechtes Ergebnis“, sagte der Ex-Leverkusener Gekas, „aber auf Kreta müssen wir Israel unbedingt besiegen.“

Zwei große Fußball-Nationen stehen zur Halbzeit der Ausscheidung schon mit einem Bein in Südafrika: Europameister Spanien feierte dank eines Abstaubers von Verteidiger Gerard Piqué zum 1:0 über die Türkei seinen 10. Sieg in Serie und ist nun stolze 30 Partien unbesiegt. Im „Rückspiel“ in Istanbul könnten die Iberer (15), die in Gruppe 5 souverän vor Bosnien (9) und der Türkei (8) liegen, ihren gemeinsam mit Italien und Argentinien gehaltenen Rekord der Unbezwingbarkeit egalisieren. Vom „besten Team, das Spanien je hatte“ schwärmte am Sonntag Radio Marca. Noch klarer führt das Oranje-Team (12) die Gruppe 9 vor Island und Schottland (je 4) an. „Wir sind voll im Plan“, sagte Coach Bert van Marwijk nach dem 3:0 über die Schotten, bei dem Klaas-Jan Huntelaar, Robin van Persie und Dirk Kuyt trafen.

Vor dem vorentscheidenden Duell in Bari mit Verfolger Irland (11) verschaffte sich WM-Titelverteidiger Italien (13) in Gruppe 8 einen kleinen Vorteil. „Jetzt wollen wir uns von den Iren absetzen“, sagte Trainer Marcello Lippi nach dem sicheren 2:0 in Montenegro. Während die Iren nach Kevin Kilbanes Eigentor in Dublin nur ein 1:1 gegen Bulgarien schafften, schossen Routinier Andrea Pirlo per Handelfmeter und Newcomer Giampaolo Pazzini den vierten Sieg der „Squadra Azzurra“ heraus. „Das war die Krönung eines Traums“, jubelte Debütant Pazzini über seinen Einstand nach Maß. Einziger Wermutstropfen war die Knieverletzung von Andrea Di Natale (Verdacht auf Kreuzbandriss).

Immer schlechtere Karten hält Portugal in der Hand. Der WM-Halbfinalist von 2006 kam gegen Schweden über ein 0:0 nicht hinaus und liegt in Gruppe 1 schon vier Punkte hinter Dänemark und Ungarn. Während das Top-Duo seinen Vorsprung am Mittwoch in Heimspielen noch ausbauen kann, steht bei den spielfreien Portugiesen der Posten des umstrittenen Trainers Carlos Queiroz auf der Kippe. Gleiches gilt für Victor Piturca bei den als Fünfte in Gruppe 7 abgeschlagenen Rumänen.

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