Rettungshunde lernen das Fliegen im Hubschrauber

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Deutsche Presse-Agentur

Sie suchen Lawinen- oder Hochwasseropfer, Vermisste oder Erdbeben-Verschüttete - Rettungshunde dürfen keine Angst vor dem Hubschrauberflug zum Einsatz haben.

Rein und raus - immer wieder übt der Deutsche Rettungshundeverein daher auf dem Flugplatz im baden-württembergischen Neresheim den Ein- und Ausstieg in den dröhnenden „Heli“. Irgendwann sollen alle deutschen Rettungshunde so geschult werden.

Mit Dauerregen und Kälte empfängt das Härtsfeld die rund 20 Rettungshundeteams aus Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Im Viertelstunden-Takt hebt der Helikopter ab und peitscht den Regen auf die Startbahn des Flugplatzes.

Die Hunde reagieren völlig unterschiedlich auf den Hubschrauber-Lärm und die Rotorenblätter: „Aileen“ etwa, die knapp zwei Jahre alte verspielte Riesenschnauzer-Hündin, springt schwanzwedelnd hoch und scheint den Flug kaum erwarten zu können. „Baya“ dagegen, ein Mischling, lässt sich in den Rettungshubschrauber tragen. Der Hündin scheint das laute Fluggerät nicht besonders geheuer zu sein. „Sonst ist sie eigentlich ziemlich taff“, berichtet ihr Frauchen.

Ob kleiner Beagle, massiger Doggen-Mix, Golden Retriever, oder Border Collie - es gehe bei diesem bundesweiten Pilotprojekt des Deutschen Rettungshundevereins vor allem darum, wie man sich vor und in einem Hubschrauber verhalten sollte, erklärt Walter Kinach, der erste Vorsitzende des Vereins mit 23 Staffeln in Deutschland. Vieles hänge da vom Vertrauen ab, dass die vierbeinigen Helfer in ihre zweibeinigen Besitzer hätten. „Für den Hund ist das eine Extremsituation - bis hin zur Todesangst. Viele haben noch nie einen Hubschrauber aus der Nähe gesehen. Der Wind der Rotoren, der Lärm - das ist eine Ausnahmesituation.“

Die Hunde müssten soviel Vertrauen haben, dass sie einsteigen. Oder aussteigen - abgelassen an einer Seilwinde, um Erdbebenopfer etwa in der Türkei oder in Pakistan zu suchen. Die meisten Rettungshunde nehmen das Zusammenspiel Tier-Maschine dabei scheinbar ganz locker. Wie etwa die zehnjährige Golden-Retriever-Hündin „Senta“. In der Luft dösen manche der Vierbeiner sogar fast ein - oder wedeln an Bord aufgeregt mit dem Schwanz. Und wenn einer Hemmungen hat, gibt es ja kleine Tricks: das Lieblingsspielzeug oder ein Leckerli als Lockmittel.

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