Renovierung der Mauritius-Kapelle ist abgeschlossen

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 Die Kapelle St. Mauritius in Waldbeuren ist eine der ältesten ihrer Art im Linzgau.
Die Kapelle St. Mauritius in Waldbeuren ist eine der ältesten ihrer Art im Linzgau. (Foto: josef unger)
Josef Unger

Mit einem dankbaren Te Deum endete in der Kapelle Sankt Mauritius in Waldbeuren der Festgottesdienst aus Anlass der Beendigung der Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten.

„Wenn man alte Dome der Nachwelt erhält, so ist es eine Dorfkapelle auch wert“, meinte ein Gottesdienstbesucher. Schließlich geht die Bauzeit zurück in das 12. Jahrhundert. Eine Freskenfolge über den Leidensweg Christi aus der Zeit um 1450 wurde freigelegt bei der durchgreifenden Renovation anno 1935. Von der Schönheit der Kapelle begeistert zeigte sich auch Pater Philipp von der Benediktinerabtei Einsiedeln, der auf Einladung von Pfarrer Meinrad Huber angereist war, um die heilige Messe des Dankgottesdienstes zu zelebrieren. Freudig, geradezu begeistert, begleitete der Singkreis Burgweiler unter der Leitung von Maria Gnannt die Feierstunde.

Das marode Dachgebälk und der morsche Glockenturm waren der Anlass für die Erneuerung des Gotteshauses. Und wie das bei alten Bauten fast immer der Fall ist, kommt so manches Unvorhergesehene ans Tageslicht. Das hölzerne Türmchen ist erneuert und mit Kupferblech eingedeckt, Dachbalken sind ersetzt, Altar und Figuren sind restauriert, Fresken und Fenster sind fachmännisch gereinigt und der gesamte Innenraum bietet einen würdigen Eindruck; Grund genug, die Fertigstellung zu feiern.

In seiner Festpredigt wies Pater Philipp auf das Alter des Sakralbaues hin, der nicht primär als renoviertes Kulturgut der Öffentlichkeit übergeben, sondern als Gotteshaus seinem Zweck zugeführt werde. Wichtiger als die steinernen Glaubenszeugen seien jene aus Fleisch und Blut und damit kam er auf den Patron der Kapelle, den heiligen Mauritius, zu sprechen. Dieser habe als Offizier in den Jahren 302/303 zusammen mit seinen Soldaten das Martyrium erlitten, weil er sich geweigert habe, gegen sein Gewissen zu handeln indem er nicht am verordneten Opfer zu Ehren der Götter und an der Verfolgung der lokalen Christen im heutigen Kanton Wallis teilnahm. Das Glaubenszeugnis sei auch heute gefordert, stellte der Prediger fest, selbst wenn Spott und Hohn entgegengestellt würden. Der heilige Mauritius, dem weltweit 850 Kirchen geweiht seien, verbinde Menschen und Regionen. Waldbeuren beweise hinweisenden Charakter, dem steinernen Glaubenszeugen mit Wertschätzung zu begegnen und in ihm Kraft für den Alltag und im Umgang mit den Mitmenschen zu schöpfen.

Pfarrer Meinrad Huber bedankte sich bei allen, die Zeit und Mühen für die Erhaltung ihres Kleinodes aufbrachten und nannte an dieser Stelle das Mesnerehepaar Wilma und Alfons Stocker, dem er ein Dankgeschenk übergab. Fleißige Bürger hatten ein reichhaltiges Buffet für den Empfang auf dem schattigen Platz hinter der Kapelle vorbereitet, bei dem in Zwiegesprächen so manche Erinnerungen an das Dorfleben und die Geschichte der Kapelle wach gerufen wurden.

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