Relaxte Spannung: „Unforgettable“ von Peluché

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Peluché
Peluché verzaubern mit ihren Klängen. (Foto: Jam Lindsay / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Wolfgang Marx

Sie lassen sich neugierig treiben und gehen gemeinsam auf Entdeckungsreise: Aus London stammt das Trio Peluché, das auf seinem Debütalbum „Unforgettable“ zehn vibrierende und hypnotische Songs präsentiert.

„Träumerisch und tanzbar, schimmernd und temperamentvoll“, nennt der „Guardian“ die Songs von Rhapsody Gonzalez, Amy Maskell und Sophie Lowe, die A Certain Ration mit dem Bristol-TripHop-Sound gekreuzt haben und so eine berückende Spannung erzeugen.

Kongenial in Bilder umgesetzt gelingt das Peluché in dem nur vordergründig unspektakulären Video zu „To Be A Bird“: Vor einer erstarrten London-Collage zittert ein Rechteck, das durch einen Strom von kleinteiligen Schnappschüssen und Textauszügen unterfüttert wird. Spannend und entspannt zugleich.

Improvisation wird bei den drei Musikerinnen groß geschrieben. Ein Gartenhaus mit selbstgebautem Studio ist die Homebase ihrer musikalischen Trips, die im freien Zusammenspiel meist live aufs Tape gebannt werden. Eine Unmittelbarkeit, die den Songs reichlich Charme verleiht.

Und dabei ziehen Peluché ihre Idee von überall her: Ihr Genre übergreifendes Füllhorn besteht aus Funk, Psychedelika, Jazz, Latin, Soul und Dub: Eine aufregende Melange, die als Trip Jam gelabelt wird. Nun, denn. Auf jeden Fall in seiner nervösen Experimentierfreudigkeit fern jeder schlichten Gefälligkeit.

Bärenstark, spacig und mit einem Hauch von Mystik schicken Peluché ihre „Gorillas“ als Opener in die Arena: Smarte Synthie-Sounds, die an 50er-Jahre-Filme denken lassen, werden von einer schlichten Drum Machine unterfüttert - und dann rollt der Bass an, der allen Songs des Trios den mächtigen Groove gibt - ein wirbelndes Schlagzeug verstärkt den Druck. Und darüber eine harmonisch-schwebender (Harmonie-)Gesang, der den Songs eine abgehobene Note verleiht.

Und immer wieder wehen über diesen starken Rhythmus-Teppich Klarinetten- und Bläserklänge in die gleichzeitig luftig und erdigen Songs hinein, die mit überraschenden Breaks und entschleunigenden Momenten lässig die Spannung hoch halten. Und feinen Pop mit Sixties-Anleihen können Peluché auch: „Figure Me Out“ ist solch ein Song.

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