Reitanlage Witzemann hat Chancen auf Fortbestand

 Mit seinem Beschluss zur Erweiterung des Verbandsgebiets Vogelherd-Süd und der dazu notwendigen Satzungsänderung hat die Verban
Mit seinem Beschluss zur Erweiterung des Verbandsgebiets Vogelherd-Süd und der dazu notwendigen Satzungsänderung hat die Verbandsversammlung der Reitanlage Witzemann eine Zukunfts- und Erweiterungsperspektive geschaffen. (Foto: Karl Otto Gauggel)
Karl-Otto Gauggel

Straßberg - Bei der jüngst im Sitzungssaal des Straßberger Rathauses abgehaltenen Verbandsversammlung ging es auch um die Erweiterung des Interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiets „Vogelherd-Süd“ auf Straßberger Gemarkung.

„Eine nicht alltägliche und sehr außergewöhnliche Situation“, so der Zweckverbandsvorsitzende Bürgermeister Markus Zeiser, habe zu diesem Verfahren geführt.

Die auch überregional durch Reitturniere wie die „Winterlingen Winners“ bekannte Reitanlage von Andy Witzemann hatte sich in den zurückliegenden Jahren nach Süden ausgedehnt und dort auch bauliche Anlagen errichtet, was nunmehr zum Problem für den Pferdehof geworden ist. Ursprünglich galt die Reitanlage, die zwar am westlichen Winterlinger Ortsrand aber dennoch auf Straßberger Gemarkung liegt, als landwirtschaftlicher Betrieb und konnte daher auch im Außenbereich gemäß bauen. Allerdings ist es durch die Vergrößerung des Pferdebestandes dazu gekommen, dass die nach den Bestimmungen dafür notwendigen eigenen landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr ausreichten, um die Privilegierung als landwirtschaftlicher Betrieb auch weiterhin zu erhalten.

Mit behördlicher Auflage wurde daher angeordnet, dass Teile, der bisher nicht bewilligten baulichen Anlagen in den Außenbereichsgrundstücken zurück gebaut werden müssen. Das jedoch hätte für den Pferdebetrieb und dessen reitsportliche Veranstaltungen gravierende Folgen, da auch ab sofort keine Reitturniere mit Zuschauertribüne mehr möglich gewesen wären. Um die Existenz der Reitanlage Witzemann in seiner jetzigen Form nicht zu gefährden, gab es nunmehr zwei Optionen: Entweder muss der Pferdehof durch einen Grunderwerb in nicht unerheblicher Größe – der Verbandsvorsitzende sprach von etwa 30 Hektar – die Voraussetzung schaffen, um den Status als landwirtschaftlicher Betrieb wieder zu erlangen oder es muss durch eine Erweiterung des bestehenden Bebauungsplans im Vogelherd -Süd die Fläche planerisch aufgewertet werden.

Das Landratsamt hatte dazu im Vorfeld bereits signalisiert, dass, wenn zumindest ein Aufstellungsbeschluss vom Zweckverband gefasst sei, die Behörde für die Dauer dieses Planungsverfahrens von Rückbauforderungen oder einem Turnierverbot absehen würde. Der Verbandsvoritzende Markus Zeiser führte dazu aus, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass ein entsprechendes Bebauungsplan- und parallel das dazugehörige Flächennutzungsplanverfahren erfolgreich abgeschlossen werden können . Der Eigentümer der Reitanlage werde sich daher während der Laufzeit des Verfahrens, für dessen Kosten er zudem aufkommen müsste, vorrangig um den Erwerb regionaler landwirtschaftlicher Flächen bemühen müssen, um wieder als landwirtschaftlicher Betrieb zu gelten.

Der zuständige Straßberger Gemeinderat hat bereits in seiner Sitzung Ende März beschlossen, die Planungshoheit für die drei in Frage stehenden Flurstücke an den Zweckverband Interkommunales Industrie - und Gewerbegebiet Vogelherd / Längenfeld zu übertragen. Die Verbandsversammlung stimmte dem Beschlussvorschlag , demzufolge das Zweckverbandsgebiet um die Flurstücke 789, 790 und 791 auf Straßberger Gemarkung erweitert und die Zweckverbandssatzung dementsprechend angepasst werden soll, einstimmig zu.

Damit bestehen für die Reitanlage Witzemann und deren vielfältige Veranstaltungen im Pferdesport eine Chance, am angestammten Standort bleiben zu können und auch eine Zukunftsperspektive zu haben.

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