Reiseveranstalter: Frühbucherrabatte gelten länger

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Deutsche Presse-Agentur

Die Reiseveranstalter Neckermann und Thomas Cook Reisen haben ihre Frühbucherrabatte zum Teil bis Ende März verlängert. Bisher war geplant gewesen, neue Preise ohne Rabatt bereits Mitte Februar einzuführen.

Das teilte der Tourismuskonzern Thomas Cook im hessischen Oberursel mit. Mit den Rabatten könnten Urlauber bis zu 30 Prozent sparen. Dass diese Vorteile nun länger gewährt werden, liege daran, dass die Hotel- und Flugpreise seit der Katalogproduktion im Herbst gesunken seien, sagte Unternehmenssprecher Mathias Brandes. Es handle sich um „eine gezielte Weitergabe von Preisvorteilen, die sich zwischenzeitlich ergeben haben“. Die verlängerte Rabattfrist gilt bei Neckermann für neun Kataloge, bei Thomas Cook Reisen für vier. Auch die TUI wird ihre Rabatte „XXL-Bonus“ für Erwachsene und die „XXS-Kinderfestpreise“ verlängern. Buchbar sind diese Tarife nun bis Ende April, sagte Firmensprecherin Anja Braun in Hannover. Ursprünglich sollten diese beiden Frühbuchertarife nur bis Ende Februar angeboten werden.

Diese Veranstalter sind nicht die ersten, die Frühbucheraktionen für die Sommersaison verlängern. Seit Mitte Januar haben bereits mehrere andere Anbieter solche Schritte bekanntgegeben, darunter FTI, der Türkei-Spezialist ITT, der Ägypten-Spezialist Ecco Reisen und der Flusskreuzfahrtenveranstalter A-Rosa. Neue Preisteile gibt es nun auch für das Nordamerika-Programm der Rewe-Reisemarken Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen: Eine Neuauflage dieser Kataloge erscheint am 9. Februar. Sie enthält laut den Veranstaltern in Frankfurt reduzierte Preise für Hotel-, Mietwagen-, Rundreisen- und Campmobil-Angebote in den USA und Kanada.

Einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Aktionen und der Wirtschaftskrise gibt es aus Sicht des Deutschen Reiseverbands (DRV) in Berlin aber nicht. Dass Frühbucheraktionen verlängert werden, geschehe jedes Jahr, sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer. Die momentanen Rabattverlängerungen seien auch nicht als Vorboten eines Preiskampfes in der Sommersaison 2009 zu verstehen - die großen Reiseveranstalter hätten den Umfang ihrer Angebote ohnehin bereits reduziert. Beim Marktführer TUI zum Beispiel sind für diesen Sommer 14 Prozent weniger Urlaubsflüge buchbar als in der Sommersaison 2008, sagte Sprecher Mario Köpers in Hannover.

Mit den Frühbucherrabatten sollen Urlauber dazu gebracht werden, sich möglichst langfristig vor dem Sommer für ein Reiseangebot zu entscheiden. Die Zahl derer, die noch unsicher sind, ob sie überhaupt in den Urlaub fahren werden, ist aufgrund der Wirtschaftskrise aber diesmal so groß „wie noch nie in den vergangenen 25 Jahren“, wie eine Studie des Instituts für Zukunftsfragen in Hamburg ergeben hat. Nur 42,2 Prozent der Bundesbürger waren zu Jahresanfang zum Verreisen fest entschlossen - Anfang 2008 waren es noch 70,8 Prozent.

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