Regierung plant Importverbot für Robbenprodukte

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Das Kabinett wird sich voraussichtlich in der kommenden Woche mit den Plänen befassen. Damit will Deutschland der Europäischen Union (EU) zuvorkommen. Auf EU-Ebene ist ein Verbot von Robbenprodukten in der Diskussion. In Kanada begann am Montag die Robbenjagd. Rund 338 000 Tiere sind dort zur Tötung freigegeben.

Die bisherigen Pläne des früheren Agrarministers Horst Seehofer (CSU) sahen ein Verbot für Einfuhr, Handel und Verarbeitung von Robbenprodukten wie Fellen, Fleisch und Öl vor. Für die arktische Inuit-Urbevölkerung sind Ausnahmen geplant. Das Kabinett hatte im vergangenen Jahr schon über das Verbot beraten. Mit einer Prüfung wollte die Regierung verhindern, dass die Welthandelsorganisation Deutschland ähnlich wie bereits Belgien und die Niederlande wegen der Verbote bestraft. Der Bundestag hatte bereits im Jahr 2006 ein Importverbot gefordert.

Der Binnenmarktausschuss des Europaparlaments will die Einfuhr von Robbenprodukten wegen der „unmenschlichen“ Methoden bei der Robbenjagd EU-weit verbieten. Das Parlamentsplenum soll Anfang April über das neue EU-Gesetz abstimmen. Der Beschluss hatte im kanadischen Fischereiministerium und unter Kanadas Robbenfängern Entsetzen ausgelöst. Nach Angaben der EU-Kommission werden jährlich 900 000 Robben für kommerzielle Zwecke getötet. Die Tiere werden vor allem in Kanada, Grönland und Namibia gejagt.

Robbenfelle sind bei der Herstellung von Pelzen begehrt. Nach Darstellung des Deutschen Tierschutzbundes wird den Tieren häufig der Schädel zertrümmert, nachdem sie mit einem Schläger mit einer aus einem Metallhaken bestehenden Spitze auf das Eis gezogen wurden. Oft würden die Robben bei lebendigem Leibe gehäutet.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen