Regenwetter stärkt die Bäume in der Region

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Buchdrucker wird der Borkenkäfer genannt, weil die Insekten und ihre Larven Buch-ähnliche Muster in der Rinde hinterlassen.
Buchdrucker wird der Borkenkäfer genannt, weil die Insekten und ihre Larven Buch-ähnliche Muster in der Rinde hinterlassen. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Regen wird für den Wald dringend benötigt, heißt es von den Forstexperten der Region. Nach dem heißen und niederschlagsarmen Start in den Sommer befürchtete viele ein weiteres Käferjahr und große Schäden am heimischen Wald (die Schwäbische Zeitung berichtete ausführlich). Das aktuell regnerische, kühle Wetter ärgert zwar manche Mitbürger, der Forstbezirksleiter Thomas Herrmann aber freut sich über den dringend benötigten Niederschlag.

„Der Regen kommt gerade noch zu rechten Zeit“ sagt Thomas Herrmann vom Forstbezirk Ulmer Alb, „unsere Forstkulturen aus der Frühjahrspflanzung können ihn gut gebrauchen.“ Der feuchte Winter habe die Bodenwasserspeicher der rund 16 000 Hektar Waldfläche, die der Forstbezirk Ulmer Alb bewirtschaftet aktuell bewirtschaftet, zwar aufgefüllt, doch das trockene Frühjahr habee sie auch schnell wieder geleert. Die tieferen Bodenschichten seien nach den Erkenntnissen der Forstexperten nach wie vor viel zu trocken.

Schafskälte hemmt Käferwachstum

Auch die Schafskälte tut dem Wald gut. Kalte Temperaturen verzögern die Entwicklung von Schadinsekten wie dem Borkenkäfer, die derzeit massiv die im Wald lagernden Stämme befallen. Um diese Jahreszeit wäre der Wald normalerweise leergeräumt von Holzpoltern. Doch auch hier hat die Pandemie zugeschlagen und den regulären Ablauf im Holzgeschäft aus der Bahn geworfen. „Wir hatten unter anderem durch Corona massive Probleme mit der Holzabfuhr in die Sägewerke, einzelne Lieferketten sind zusammengebrochen“, erklärt Herrmann.

Die Abfuhr der Hölzer aus dem Wintereinschlag und dem Stürmen des Frühjahrs ist jetzt immens wichtig. Derzeit gelingt es noch alle vom Käfer befallenen Hölzer vor der Fertigentwicklung der Käfer aus den Fichtenwäldern auszufahren.

Trockener Sommer bedroht Bestände

Sollte die Witterung wieder umschlagen und ein trocken-warmer Sommer folgen drohen massive Schäden an den Fichtenbeständen. „Auch dann unternehmen wir Alles, um einen Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden und den Wald durch integrierte Waldschutzmaßnahmen zu schützen,“ sagt Thomas Herrmann. Die Hoffnung ist sehr groß, dass dies jetzt noch gelingt. Was der Sommer bringt werde man sehen.

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