Rech erwägt Klage gegen Wattestäbchen-Firma

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Deutsche Presse-Agentur

Das Land Baden-Württemberg will den Hersteller von Wattestäbchen verklagen, wenn Verunreinigungen zu falschen DNA-Proben im Fall des „Heilbronner Phantoms“ geführt haben.

„Dann wird einiges auf die Firma zukommen“, sagte Innenminister Heribert Rech (CDU) den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitag). Seit dem Heilbronner Polizistenmord im April 2007 habe die Polizei „riesige“ Arbeits- und Materialkosten gehabt.

Zugleich verteidigte Rech die Arbeit der Ermittler: „Die Polizei hat hervorragende Arbeit geleistet.“ Niemand habe ahnen können, dass die Instrumente womöglich verunreinigt waren. „Je besser und sensibler die Messinstrumente werden, desto fataler sind die Folgen eines Fehlers. Das ist das Risiko dieser DNA-Technik“, sagte Rech.

Er warnte davor, durch die mögliche DNA-Panne bei der Suche nach dem „Phantom von Heilbronn“ grundsätzlich an der Wirksamkeit der DNA- Tests zu zweifeln. „Der Vorfall ist kein Imageschaden für die DNA- Analyse. Es gibt kein vergleichbar zuverlässigeres Ermittlungsinstrument. Wir werden unvermindert daran festhalten.“

Die angeblichen DNA-Spuren der „Frau ohne Gesicht“, die für mehrere Morde verantwortlich sein soll, gehen vermutlich auf Verunreinigungen von Wattestäbchen der Spurensicherung zurück. Dies habe „eine hohe Plausibilität“, sagte Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) am Donnerstag in Stuttgart. Das Landeskriminalamt untersucht fieberhaft, ob Wattestäbchen, mit denen Spuren an Tatorten gesichert wurden, schon vorher mit DNA verunreinigt waren. Eine österreichische Firma steht im Fokus der Ermittlungen.

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