Raus aus der Ohnmacht

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Raus aus der Ohnmacht
Raus aus der Ohnmacht

Endlich: Schüler werden politisch, sie fordern besseren Klimaschutz. Und schon hagelt es Häme. „Die wollen bloß schwänzen“ oder „Wer von denen weiß denn schon, für was er da demonstriert“ gehören zu den harmloseren Kommentaren.

Den Nörglern im Netz und auf der Straße sei gesagt: Seit sie denken können, sind die heute Zwölf-, 14-, 16-Jährigen von gruseligen Nachrichten umgeben. Beim Frühstück im Radio, im Erdkundeunterricht in der Schule, mittags am Handy, abends in den TV-Nachrichten. Sie hören von der schlimmsten Dürre seit Jahren, lesen von einem Monstersturm nach dem anderen, sehen eisige Bilder aus Chicago, die wie aus einem Endzeit-Science-Fiction anmuten. Als Ursache wieder und wieder: „Klimawandel, menschengemacht.“ Und nun?

Hat Greta Thunberg mit ihren Streiks ein Ventil geöffnet, raus aus der Ohnmacht. Die Jugendlichen wollen handeln. Auch wenn „Hopp hopp hopp, Kohle Stopp“ nicht direkt zum Kohleausstieg führen wird, es zeigt: Unter den Erwachsenen von morgen sind welche mit politischen Zielen. Wer ihnen vorwirft, sie lebten doch selbst recht bequem auf Kosten der Umwelt, dem sei gesagt: Es ist die Welt, in die ihre Eltern sie hineingesetzt haben. Möglicherweise bringen diese Kinder ihre Eltern ja zum Umdenken. Und die Hämischen hoffentlich gleich mit.

s.moecklin@ipf-und-jagst-zeitung.de

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