Prügelknabe FC Bayern will im Pokal zurückschlagen

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Kübelweise Spott und Häme musste der zum Prügelknaben degradierte Rekordmeister nach seiner Wiesn-Blamage einstecken, doch schon beim Pokal-Derby will der FC Bayern München zurückschlagen.

„Wer am Boden liegt, muss aufstehen. Und das werden wir auch tun“, kündigte Trainer Jürgen Klinsmann vor dem Gipfeltreffen der Pokalsieger der beiden vergangenen Jahre gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg an. Der Kater nach der blamablen 2:5-Klatsche gegen Werder Bremen sitzt noch immer tief, Nationalspieler Philipp Lahm hofft aber auf rasche Linderung: „Vielleicht war das ein Weckruf für uns alle. Jetzt müssen wir gegen Nürnberg ein Zeichen setzen.“

Ausgerechnet zum Wiesn-Start hatte sich der FC Bayern im Tiefschlaf präsentiert - und es den Vorstandsbossen Manager Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge die Sprache verschlagen. Zu Wort meldete sich Franz Beckenbauer, doch Kaiser-Grollen war nicht zu vernehmen. „Es gibt so Tage, da brichst du dir den Finger in der Nase“, befand der Bayern-Präsident voller Nachsicht und riet dem sichtlich geknickten Klinsmann - vergeblich - zur Frustbewältigung: „Trink ein paar Wiesn-Maß!“

Asket Klinsmann aber setzt lieber auf Wirbelwind Franck Ribéry. Der seit der EM verletzte Franzose wurde nicht nur beim Desaster gegen Bremen an allen Ecken und Enden vermisst, nun soll der Antreiber die Offensiv-Abteilung neu beleben - gegen die Franken möglicherweise sogar schon von Beginn an.

Alles andere als optimal verlief die Saison bisher auch beim Pokalsieger von 2007: Nach dem Rücktritt von Trainer Thomas von Heesen ist der neue Coach Michael Oenning noch sieglos, auf die Aufstiegsränge hat der Liga-Favorit bereits acht Punkte Rückstand. Dass der blamable Wiesn-Auftritt der Klinsmann-Truppe möglicherweise nichts Gutes für sein Team bedeutet, ahnt Oenning, der seine Profis vor dem „angeschossenen Tier“ warnt. „Nach einer solchen Niederlage wie gegen Bremen sind die Bayern extra gefordert.“

Mut kann den Franken ein Blick in die Pokalgeschichte machen: Vor fünf Jahren - im Oktober 2003 - reiste der „Club“ ebenfalls als Bundesliga-Absteiger und krasser Außenseiter zum Pokal-Derby gegen den Meister an - und verpasste nur denkbar knapp im Elfmeterschießen die Riesen-Sensation. Auf einen ähnlich beherzten Auftritt seiner Profis hofft Oenning: „Es muss erkennbar sein, dass wir uns wehren.“

„Zu Hause gegen einen Zweitligisten im Pokal darf nichts anderes passieren, als dass wir in die nächste Runde einziehen“, hält Bayern-Kapitän Mark van Bommel dagegen. „Wir müssen gewinnen, egal wie.“ Für die Seelenmassage will der FC Bayern im Pokal-Derby aber einen klareren Sieg als vor fünf Jahren, und Nürnberg soll nur der Auftakt auf dem Weg zurück zu alter Stärke sein. „Wir haben ein Programm vor uns, das es in sich hat“, erinnerte Klinsmann an die kommenden Aufgaben in Bundesliga und Champions League.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen