Mit einem sehr pesönlichen Jubiläumskonzert feierten die 21 Musiker und zahlreiche Besucher das 60-jähirige bestehen des Posaun
Mit einem sehr pesönlichen Jubiläumskonzert feierten die 21 Musiker und zahlreiche Besucher das 60-jähirige bestehen des Posaunenchores Wört-Böslustnau. Wie auch die geistliche Gemeinde steuerte auch die weltliche Gemeinde, hier vertreten durch Bürgermeister Thomas Saur einen Beitrag zu einem neuen Flügelhorn bei. (Foto: Jürgen Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Sehr persönlich und individuell haben die aktuell 21 Musiker das 60-jährige Bestehen ihres Posaunenchors Böslustnau gefeiert. Neben einer Diashow, die die Vergangenheit darstellte, sowie einer bunten Mischung an Musikstücken und einem Lieder-Quiz wurde der Geburtstag gefeiert.

Mit einer sehr launigen Rede begrüßte Dirigent und Chorleiter Ulrich Rudolph die zahlreich erschienenen Gäste, darunter auch das Gründungsmitglied Christoph Hirsch, der als Zeitzeuge viele Geschichten rund um den Posaunenchor im Gepäck hatte. Der Rückblick auf 60 Jahre äußerst aktives Chorleben wurde durch eine Diashow ergänzt. Die Kirche diente als Ort der Begegnung und Erinnerung.

„1989, als er den Chor übernahm, gab es für die Musiker eine entscheidende Veränderung“, so Ulrich Rudolph. Als Mitglied einer Blaskapelle und einer „Big Band“ habe er seine Herkunft nicht verleugnen können und daher das musikalische Spektrum des Posaunenchores um Märsche und Swing-Musik ergänzt. Damals ein kleine Revolution und Alleinstellungsmerkmal, mittlerweile von anderen Posaunenchören kopiert.

So wurde, das bunte Programm vom beschwingten „Switching Music“ eröffnet. Ein Stück so vielfältig wie der Chor und der Festabend. Bei Choral „Alles ist an Gottes Segen“ hieß es dann auch für die Besucher das Programm aktiv mitzugestalten und mitzusingen. Der Swing-Marsch „American Petrol“, ein Bierzelt-Stück, ein swingig-bluesiges Zwischenspiel sowie der Choral „Wirf ein Licht auf den Herren“, bei dem mitsingen ebenfalls erwünscht war, waren die weiteren Musikstücke der Festabends.

Sogar an das erste einstudierte Lied wurde erinnert

Dazwischen erfuhren die Besucher in Form der Erzählungen von Gründungsmitglied Christoph Hirsch und durch die Dia-Show viele Geschichten rund um 60 Jahre Posaunenchor Böslustnau: Wieso in den 50er-Jahren in Wört-Böslustnau eine Stunde der örtliche Krämerladen geöffnet hatte, oder wieso man als Bläser seine Stirn mit Salzwasser einreiben sollte. Details über den Kauf der ersten Instrumente erfuhren die Zuhörer ebenso, oder Erinnerungen an die vielen Ausflüge, die die Musiker bis nach Meran brachten – im privaten PKW über die Gotthardt-Straße. Auch das erste Stück, „Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit“, das man neben „Großer Gott wir loben Dich“ zur Mitgestaltung des Erntedankgottesdienstes 1959 autodidaktisch einstudiert hatte wurde nochmal zur Sprache gebracht.

Belegt wurden die Geschichten bei der anschließenden Diashow mit zahlreichen Bildern. Immer mit dabei: Heinz Wittemann, dessen Haarpracht als Indikator für das Alter des Chores diente. Mit Helmut Bast, Friz Reck, Gotthilf Pfeilschifter und Heinz Wittemann sind übrigens immer noch vier Gründungsmitglieder als Musiker aktiv. Musik ist eben keine Frage des Alters, sondern einer Frage der Motivation. Für 60 Jahre musizieren wurde sie von der Landesreferentin Posaunenarbeit, Brigitte Kurzytza, und Bezirksposaunenwartin Heidrun Meiswinkel mit der Goldenen Weltbundnadel des CVJM geehrt.

Vier Gründungs- und zahlreiche weitere Mitglieder werden geehrt

Pfarrerin Susanne Bischoff und Wörts Bürgermeister Thomas Saur überbrachten den Jubilaren die besten Wünsche der kirchlichen und weltlichen Gemeinde und beteiligten sich finanziell am Geburtstagsgeschenk, einem neuen Flügelhorn, dass das vor 45 Jahren erworbene Flügelhorn von – genau, Heinz Wittemann, ersetzt. Im Anschluss an das Konzert klang der Abend mit einem kleinen Festakt im Gemeindehaus aus.

Die weiteren Geehrten: Linda Weber (17 Jahre). Silberne Bläsernadel: Manfred Bolsinger (33 Jahre), Andreas Jakob (39 Jahre). Goldene Bläsernadel: Thomas Hüttner (40 Jahre), Anita Rudolph (41 Jahre), Siegfried Fischer (45 Jahre), Karl Bast (45 Jahre), Ulrich Rudolph (46 Jahre), Klaus Hübner (48 Jahre), Hermann Hankele (48 Jahre) sowie der „vergessene“ Andreas Hankele (29 Jahre).

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