Porträt: Sean Penn - eigenwillig und erfolgreich

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Deutsche Presse-Agentur

Er galt als Enfant terrible Hollywoods, schlug schon mal auf lästige Fans und Journalisten ein und verbrachte wegen Körperverletzung 30 Tage im Gefängnis. Eigenwillig ist Sean Penn noch immer, dabei allerdings mehr als erfolgreich und das nicht nur als Schauspieler.

Auch als Regisseur, Drehbuchautor und politischer Aktivist macht er Schlagzeilen. Für seine Rolle als schwuler Politiker im Amerika der 70er Jahre in dem Film „Milk“ erhielt der 48-Jährige nun seinen zweiten Oscar als Hauptdarsteller.

Schon als Jugendlicher spielte der am 17. August 1960 in Kalifornien geborene Penn in lokalen Theaterproduktionen mit, nach der High School startete er seine Schauspielkarriere in Los Angeles. In New York etablierte er sich nach seiner ersten Fernsehrolle schnell am Broadway. 1981 folgt dann sein erster Kinofilm: An der Seite von Tom Cruise spielte er in „Taps“ einen jungen Kadetten. Anfang der 90er Jahre startete er seine zweite Karriere - hinter der Kamera: Von dem Bruce-Springsteen-Song „Highway Patrolman“ ließ er sich zu seinem gefeierten Regie-Debüt „Indian Runner“ inspirieren - einer Charakterstudie über zwei Brüder, die auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes stehen.

Da feierten ihn Kritiker schon weltweit als den „talentiertesten Schauspieler seiner Generation“, was er nicht zuletzt seiner Rolle als Todeskandidat in „Dead Man Walking“ (1995) zu verdanken hat. Für seine Darstellung in Clint Eastwoods „Mystic River“ (2003) erhielt er seinen ersten Oscar. Im gleichen Jahr spielt er zusammen mit Naomi Watts und Benicio del Torro in dem verstörendem Psychodrama „21 Gramm“. Trotz seines Erfolges gilt Penn als Kritiker Hollywoods, viele Jahre blieb er der Oscar-Verleihung aus Protest fern, engagiert sich gleichzeitig aber für das Kino - etwa als Jury-Präsident des Internationalen Filmfestivals in Cannes 2008.

Als bekennender Gegner von US-Präsident George W. Bush kritisierte Penn spätestens seit 2002 öffentlich die amerikanische Außenpolitik. Er bereiste den Irak mehrfach, unter anderem um auf die Situation der Menschen dort aufmerksam zu machen. Zudem half er nach dem Hurrikan „Katrina“ 2005 in New Orleans bei der Bergung von Überlebenden.

Für Schlagzeilen sorgte auch Penns Ehe mit Popdiva Madonna von 1985 bis 1989. Seit 1996 ist er seiner Schauspielkollegin Robin Wright verheiratet. Mit ihr hat er zwei Söhne, Dylan Frances (1991) und Hopper Jack (1993). Im Dezember 2007 hatte das Paar die Scheidung eingereicht, sich wenige Monate später aber wieder versöhnt.

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