Porträt: Schützenkönig Dobrindt wird CSU-"General"

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Deutsche Presse-Agentur

„Waren Sie schon mal Schützenkönig?“, will einer von dem 38 Jahre alten Oberbayern wissen. „Ich bin vor zwei Wochen zum dritten Mal Schützenkönig geworden“, antwortet geduldig der Bundestagsabgeordnete aus Weilheim-Schongau, zu dessen Stimmkreis Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, gehört. „Ich genieße gern die Aussicht auf die schönen Gipfel Bayerns.“ Nun hat Dobrindt auch die politischen Gipfel täglich vor Augen.

„Früher war die Zukunft auch besser“, zitiert der studierte Soziologe auf seiner Homepage den Komiker Karl Valentin. Dobrindts eigene Zukunft jedoch übertrifft ganz zweifelsfrei seine Vergangenheit: Bisher war er bildungs- und forschungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - kein Hinterbänkler, aber auch kein Spitzenamt. Er sei ruhig und könne gut zuhören, beschreibt er sich selbst. Doch als CSU-General sind andere Qualitäten - Organisationstalent und verbale Durchschlagskraft - gefragt, weshalb er hinzufügt: „Ich kann auch laut werden, wenn es sein muss.“

Die Zeit der groben Polterei und des Polarisierens jedoch ist nach Dobrindts Einschätzung auch für CSU-Generalsekretäre vorbei. Edmund Stoiber war in seiner Zeit als CSU-Generalsekretär in den achtziger Jahren als „blondes Fallbeil“ bekannt. Dobrindt zeigt keinen Ehrgeiz, mit der Guillotine in Verbindung gebracht zu werden. „Wir werden weniger diese einfachen Botschaften in Lagerwahlkämpfen voranstellen können, sondern mehr die Themen“, sagt er. „Bürgerbeteiligung“ sei das Codewort. Er sieht seine Aufgabe darin, die CSU „als einzig wahre Volkspartei“ fest in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.

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