Porträt: Livni mit Botschaft des Wandels

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der politische Aufstieg von Außenministerin Zipi Livni verlief für israelische Verhältnisse innerhalb von nur zehn Jahren nahezu kometenhaft. Nun kämpft die 50 Jahre alte Juristin und frühere Geheimdienstagentin dafür, zweite Ministerpräsidentin in der Geschichte Israels zu werden.

Während des Wahlkampfes warb sie mit einer Botschaft des Wandels, der Hoffnung und der sich bietenden Chancen in einer sich ändernden Nahost-Region.

Als Frau stand Livni in einer von Männern dominierten Politik vor zahlreichen Hindernisse. Ein Problem: Die erste Frau im höchsten Regierungsamt, Golda Meir (1969 bis 1974), war damals älter als ihre männlichen Herausforderer. Livni hat es im Wahlkampf nicht geschafft, die Pauschalvorwürfe ihrer Mitkonkurrenten zu entkräften, sie sei noch zu unerfahren und das Amt des Ministerpräsidenten sei eine Nummer zu groß für sie.

Als Mitglied der Führungstroika in der scheidenden Regierung habe sie nicht den Kaffee gekocht, konterte Livni. Während ihrer Kampagne warb sie für eine neue, transparente und saubere Politik ohne Bestechung und Skandale.

Gemeinsam mit ihrem politischen Mentor, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, hatte Livni im November 2005 den rechtsgerichteten Likud verlassen und Kadima (Vorwärts) gegründet. Nachdem Scharon Anfang Januar 2006 einen Schlaganfall erlitt und der jetzt scheidende Ministerpräsident Ehud Olmert die Amtsgeschäfte übernahm, wurde Livni zur Außenministerin ernannt. Nach dem Rücktritt des unter Korruptionsverdacht stehenden Olmert wurde sie am 17. September Parteivorsitzende.

Livni hat einen weiten Weg vom rechten politischen Spektrum bis zur Mitte zurückgelegt. Zipora, wie ihr biblischer Vorname vollständig lautet, wurde am 5. Juli 1958 in Tel Aviv geboren. Sie wuchs in einer bekannten rechtsgerichteten und zionistischen Familie auf. Gemeinsam mit Ehemann Naftali hat sie zwei Söhne.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen