Porträt: „Held vom Hudson“ ist erfahrener Pilot

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Deutsche Presse-Agentur

Er wird als „Held vom Hudson“ gefeiert: Chesley B. Sullenberger (57), der Pilot, der einen Airbus erfolgreich auf dem Hudson Fluss vor New York aufsetzte, hat 155 Menschen das Leben gerettet. Wie durch ein Wunder saß mit ihm genau der richtige Mann im Cockpit.

Sullenberger ist Experte für Flugsicherheit. Er hat insgesamt 40 Jahre Flugerfahrung. Nach Ausbildungen an der US-Luftwaffenakademie sowie an verschiedenen Universitäten war er Kampfpilot der Air Force. Seit 29 Jahren arbeitet „Sully“, wie er von Kollegen genannt wird, bei der Fluggesellschaft US Airways.

Außerdem engagierte sich Sullenberger bei der Pilotenvereinigung (ALPA) als Ausbilder für Flugsicherheit und ermittelte für eine nationale Kommission bei Unfällen. Für US Airways hat er nach Medienberichten hunderte von Piloten in Sicherheitskursen ausgebildet. Zudem ist er geprüfter Segelflieger.

Als am Donnerstag kurz nach dem Start auf dem New Yorker Flughafen La Guardia die Triebwerke ausfielen, behielt er die Nerven. Kurz entschlossen entschied er, die Maschine auf dem Fluss zu „landen“ - die beste aller schlechten Möglichkeiten. Das Aufsetzen auf dem Wasser glückte ihm so, dass weder das Flugzeug noch die Passagiere größeren Schaden nahmen. Seiner Frau Lorrie daheim in Kalifornien berichtete er kurz später am Telefon ruhig: „Hier gab es einen Unfall.“ Seine Frau war eigenen Angaben zufolge zunächst nicht weiter beunruhigt. „Aber dann erzählte er mir die Umstände und mein Körper fing an zu zittern. Ich rannte raus und holte unsere Töchter von der Schule ab“, berichtete sie dem US-Nachrichtensender CNN.

Sullenberger hat Medienberichten sogar eine eigene Beratungsfirma für Flugsicherheit. Dabei geht es um das Verhalten der Piloten ebenso wie um Sicherheitsstrategien der Fluggesellschaften und den Umgang mit Notfällen. Auf der Internetseite für „Safety Reliability Methods“ heißt es, Sullenberger habe mit der US Air Force und den zivilen Flugsicherheitsbehörden bei zahlreichen Unfallermittlungen zusammengearbeitet.

Darüber hinaus habe er mit Wissenschaftlern der US-Weltraumbehörde NASA einen Leitfaden über Irrtümer in der Luftfahrt erstellt und als Gastdozent für Katastrophenmanagement an der Universität Berkeley bei San Francisco gearbeitet.

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