Polizei warnt vor Fake-Shops im Internet

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Frau sitzt vor einem Bildschirm aus dem eine Hand rauskommt
Fake-Shops im Internet sind in der Regel darauf angelegt, Kreditkarteninformationen zu sammeln. Polizei und Verbraucherschutz warnen und mahnen, vorsichtig zu sein. (Foto: Ralf Schäfer)
Lindauer Zeitung

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit werden viele Artikel im Internet gekauft. Dabei kommt es immer wieder vor, dass unvorsichtige Käufer auf Seiten von sogenannten Fake-Shops landen. Die Polizei warnt vor diesen Shops und gibt Tipps, wie mögliche Betrügereien verhindert werden können.

Bei Fake-Shops handelt es sich um täuschend echt aussehende Verkaufsplattformen im Internet mit dem Unterschied, dass nur die Betrüger damit Geld verdienen, während ihre Opfer Geld verlieren und ihre Waren nicht erhalten, fasst die Polizei in einer Pressemitteilung zusammen. Fake-Shops seien demnach auf den ersten Blick schwer zu erkennen, da es sich auch teilweise um Kopien real existierender Webseiten handele. Oft wirken sie seriös und lassen beim Käufer so selten Zweifel aufkommen.

Ziel der Betrüger sei es, mit aus dem Internet kopierten Produktbildern und Informationen, professionell aufgemachten AGBs (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) und einem gefälschten Impressum das Vertrauen der Online-Shopper zu gewinnen und sie so zum Kauf zu animieren. Ein weiteres Lockmittel sei der scheinbar besonders günstige Preis des gesuchten Produkts. Oftmals merke der Käufer erst wenn das Geld überwiesen sei und keine Ware eintreffe, dass er betrogen wurde. Im Bereich des Polizeipräsidiums Schaben wurden 2019 schon vor der Weihnachtszeit höhere Fallzahlen registriert, als im gesamten Vorjahr, berichtet die Polizei, die von einer hohen Dunkelziffer ausgeht.

Um einen Betrug zu verhindern, gibt die Polizei folgende Tipps:

Keine Spontankäufe: Bevor Sie ein Produkt in den Warenkorb eines Onlineshops legen, sollten Sie den Preis des Produkts bei anderen Anbietern, wie einem Händler vor Ort, vergleichen. Wenn ein Onlineshop das Produkt auffällig günstig anbietet, sollten Sie sich fragen, ob das überhaupt möglich ist.

Informieren Sie sich: Geben Sie den Namen des Onlineshops in eine Suchmaschine ein. Dadurch können Sie negative Erfahrungen anderer Kunden herausfinden und müssen sich nicht auf die Versprechungen der Shop-Betreiber verlassen.

Wählen Sie sichere Zahlungswege: Der Kauf auf Rechnung, per Kreditkarte oder Lastschrift kann vor Betrug durch Fake-Shops schützen.

Seien Sie misstrauisch: Warum soll eine Vorauszahlung per Überweisungen ins Ausland (erkennbar am Ländercode am Beginn der IBAN) gehen, wenn es ein deutscher Shop ist? Warum hat der Zahlungsempfänger einen anderen Namen als der des Onlineshops? Warum bietet der Shop keine andere Zahlungsart als Vorauskasse per Überweisung an?

Verwenden Sie bei Zahlung per PayPal nicht die Funktion „Freunde und Familie“ bei Käufen von Unbekannten. „Hier entstehen zwar keine Gebühren, Sie haben aber auch keinen Käuferschutz.“

Wenn Sie sich unsicher sind: Nehmen Sie vom Kauf Abstand.

Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte sich bei der Bank informieren, wie die Zahlung rückgängig gemacht werden kann. Wie die Polizei schreibt, sei dies innerhalb eines gewissen Zeitraums meist noch möglich. Außerdem sollten Betrugsopfer alle Beweise für den Online-Einkauf – also Verträge, Bestätigungen, E-Mails und Belege – aufbewahren, bestenfalls ausgedruckt. „Erstatten Sie unverzüglich Anzeige bei der Polizei“, heißt es in der Pressemitteilung: Mit den gesicherten Unterlagen sollten sich Opfer möglichst sofort an die Polizei wenden und Strafanzeige erstatten. „Auch wenn sich die strafrechtliche Verfolgung von Tätern im Ausland zum Teil schwierig gestaltet, sollten Sie eine Anzeigeerstattung nicht unterlassen“, heißt es abschließend. Nur so ließe sich gegen Fake-Shops konsequent vorgehen.

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