Podolski-Wechsel eine Frage des Geldes

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Deutsche Presse-Agentur

Der 1. FC Köln hat sich aus der Deckung gewagt und betreibt offensiver denn je die Rückkehr von Nationalspieler Lukas Podolski an den Rhein.

Allerdings dürfte der Bundesliga-Aufsteiger tief in die Tasche greifen müssen, um den vor zwei Jahren zum FC Bayern München gewechselten 60-maligen Nationalstürmer zurück zu lotsen. „Geld spielt eine Rolle im heutigen professionellen Fußball. Wenn jemand bietet, was unserem Vorstand gefallen könnte, wird man sich hinsetzen und diskutieren“, sagte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer nach dem Champions-League-Spiel am Dienstagabend gegen Steaua Bukarest (3:0) bei „Premiere“.

Abgesehen von der finanziellen Herausforderung im Transferfall müssen die Kölner noch mit dem vehementen Widerstand von Bayern- Chefcoach Jürgen Klinsmann rechnen. „Lukas hat bei uns einen Vertrag. Wir sind sehr, sehr dünn aufgestellt mit drei Stürmern“, sagte der frühere Bundestrainer nach dem Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse. „Wir brauchen vier Stürmer, um in der Champions League mit Manchester, Real Madrid oder Barcelona mithalten zu können. Damit muss sich der Lukas abfinden.“

Zugleich ermunterte Klinsmann sein Sorgenkind, nicht aufzugeben und sich beim FC Bayern noch einmal voll reinzuhängen. „Jetzt sind wir im Achtelfinale, jetzt kommen die richtigen Kaliber auf uns zu. Da kann eine Situation entscheiden und das kann seine sein“, sagte der Coach. Er würde „Poldi“ wohl nur ziehen lassen, wenn die Bayern- Bosse für hochkarätigen Ersatz sorgen. Allein der im Winter ausgeliehene US-Profi Landon Donovan dürfte als Alternative nicht reichen.

Der 1. FC Köln hatte auf seiner Mitgliederversammlung angekündigt, sich weiter intensiv um Podolski zu bemühen. FC-Manager Michael Meier bestätigte bereits erste Sondierungsgespräche mit dem FC Bayern und Podolski, ohne ins Detail zu gehen. „Ich werde das Thema ganz aussparen. Mit öffentlichen Aussagen hilft man dem Jungen nicht. Er hat es schon schwer genug in München“, meinte auch Kölns Präsident Wolfgang Overath, fügte aber an: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden alles tun, Lukas nach Hause zu holen. Aber ganz klar: Es gibt finanzielle Grenzen bei uns.“ Spekuliert wird, dass die Bayern rund 15 Millionen Euro Ablöse für Podolski aufrufen würden.

Als Vorteil könnte sich für die Kölner erweisen, dass sie sich beim Transfer von Podolski nach München in dessen bis 2010 datierten Vertrag ein Vorkaufrecht bei einem Wechsel des Torjägers zu einem anderen Club sicherten. „Es hat jüngst Gespräche zwischen Köln und Bayern München sowie Köln und Podolski gegeben. Jetzt warten wir auf ein Signal“, berichtete Meier. Er ließ zudem durchblicken, dass es „ein klares Konzept gibt, mit dem es machbar“ sei, Podolski im Winter zurück zum FC zu holen.

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