Plötzlich im Mittelpunkt: Stürmer Robert Glatzel

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 Robert Glatzel (l) und Norman Theuerkauf von Heidenheim jubeln über das Tor zum 1:1.
Robert Glatzel (l) und Norman Theuerkauf von Heidenheim jubeln über das Tor zum 1:1. (Foto: Sven Hoppe)
Sportredakteur/DigitAalen

Man hätte eher erwarten können, dass Kevin Müller im Mittelpunkt steht. Doch der Torwart des 1. FC Heidenheim konnte bei seinen fünf Gegentreffern bei Bayern München gar nicht so viel machen. Im Mittelpunkt bei diesem irren, epischen 4:5 in München, das Heidenheims außergewöhnliche Mannschaft noch einmal deutlich in den Fokus von Fußball-Deutschland gerückt hat, ragte ein anderer, offenbar auch umworbener Spieler, heraus: Robert Glatzel.

Die Coolness eines Glatzel wünscht sich jedes Kind. Am Elfmeterpunkt, wenn es richtig spannend wird. Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass er zum 4:4 vom

Punkt treffen darf, in der 77. Minute. Und dann auch noch so lässig, per Chip.

„Ich hatte das Selbstvertrauen, so zu schießen“, sagte er hinterher in der Mixed-Zone der Allianz Arena, die die Heidenheimer so gar nicht beeindruckte. Vorher, per Kopfball und Flachschuss, hatte Glatzel bereits zum ebenso wichtigen 1:1 und zum 3:4-Anschlusstreffer getroffen. „Wenn ich einen Hut auf hätte, würde ich ihn ziehen“, sagte Teamkollege Müller.

Es ist nicht in Worte zu fassen. Ich kann es kaum beschreiben, aber erst mal tut die Niederlage weh.

Stürmer Robert Glatzel

So richtig konnte Glatzel nicht erklären, was sich da alles im Bauch der Arena zutrug, auch nicht das fernab von seinen Toren. Der beste Zweitliga-Torschütze der Heidenheimer trumpfte auf, der vollendete Held aber war er nicht. „Es ist nicht in Worte zu fassen. Ich kann es kaum beschreiben, aber erst mal tut die Niederlage weh“, bekannte der 25-jährige Stürmer.

Einfach nur „Wahnsinn“, so bewertete Trainer Frank Schmidt dessen Leistung. Wie Torheld Glatzel am Abend einschlief, ist nicht bekannt. Klar war aber nach diesen verrückten 90 Minuten, dass seine drei Münchner Treffer nicht in seiner Traumwelt zuvor aufgetaucht waren. „Ich hätte es mir nicht einmal im Traum vorgestellt.“ Im falschen Film befand sich unterdessen sein Gegenspieler Niklas Süle, der bis zu seiner Roten Karte (14.) nur ein kurzes Vergnügen mit Glatzel hatte. „Das Spiel hatte so viele Ereignisse, so viel könnt ihr gar nicht schreiben“, sagte der bekennend Foul spielende Nationalspieler zur Medienschar. Fragen Sie nach bei Robert Glatzel.

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