Piusbruderschaft: Wir sind keine Antisemiten

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Deutsche Presse-Agentur

Im Streit um die päpstliche Rücknahme der Exkommunizierung eines Holocaust-Leugners hat sich die konservative Piusbruderschaft gegen Vorwürfe des Antisemitismus gewehrt.

„Wir weisen jede Billigung dessen zurück, was unter Hitler geschah“, betonte der Leiter der Priesterbruderschaft, Bernard Fellay, in einem am Montag vorab veröffentlichten Interview der französischen Zeitschrift „Famille Chrétienne“.

Was unter Hitler geschah, sei „abscheulich“ gewesen, betonte Fellay, zu dessen Bruderschaft auch der umstrittene britische Bischof Richard Williamson zählt. Jede Tötung eines Unschuldigen sei ein Verbrechen gegen den Himmel, „umso mehr, wenn es um ein ganzes Volk geht“, fügte er hinzu.

Fellay hatte bereits zuvor in einem öffentlichen Brief an Papst Benedikt XVI. um Verzeihung für die Leugnung des Holocaust durch ihren Mitbruder Williamson gebeten. „Die Äußerungen von Herrn Williamson spiegeln in keiner Weise die Überzeugungen unserer Priesterbruderschaft wieder“, hieß es darin. Williamson seien bis auf weiteres jede Art Kundgebung zu politischen oder historischen Fakten untersagt worden.

Der Papst hatte mit der Aufhebung der Exkommunikation von vier Traditionalisten einen weltweiten Proteststurm ausgelöst. Der Vatikan hatte die Kritik zurückgewiesen. Es sei ausschließlich darum gegangen, die Anhänger der Bruderschaft Pius X. wieder kirchlich zu integrieren.

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