Piste und Gelände: Die neuen Ski sind Alleskönner

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Deutsche Presse-Agentur

Vielseitigkeitsski und Alleskönner - das sind die zwei wichtigsten Entwicklungen der kommenden Wintersaison. Die Hersteller setzen verstärkt auf sogenannte Multi-Condition-Ski.

Diese Ski lassen sich individuell an die Schneeverhältnisse oder die eigene Kondition anpassen. All-Mountain-Ski dagegen sollen Spaß auf der Piste und im Gelände ermöglichen. Beides ist nicht neu, aber inzwischen ausgefeilter, sagt Andreas König von den Freunden des Skisports im Deutschen Skiverband in Planegg bei München.

Multi-Condition-Ski sind etwas für Wintersportler, die Hebel und Drehknöpfe mögen. Über diese Hilfsmittel lassen sich die Ski mit wenigen Handgriffen härter oder weicher einstellen, erklärt König. Ein harter Ski eignet sich besonders gut für harte Pisten und hohe Geschwindigkeiten, da er ruhiger läuft. Dafür verzeiht ein weicherer Ski mehr Fehler, in Sulz und bei Buckeln ist er einfacher zu fahren.

Beim Hersteller Völkl aus dem bayerischen Straubing lassen sich mit der Power Switch Technik über ein Drehrädchen die in den Ski integrierten Kohlefaserstäbe versteifen oder lockern. Auf die Dual Camber Technologie setzt das französische Unternehmen Rossignol: Dabei kann über einen Carbonzug die Skispitze leicht angehoben werden, wodurch sich der Kontaktpunkt des Skis um 30 Zentimeter weiter in Richtung Bindung verlagert. Das soll Drehungen im Tiefschnee erleichtern.

Soviel Technik hat ihren Preis. „Multi-Condition-Ski sind vergleichsweise teuer. Sie liegen bei rund 1000 Euro“, sagt König. Deshalb ist der Ski-Experte auch skeptisch, ob sie sich dauerhaft durchsetzen: „Im Moment sind sie eher eine Modeerscheinung.“

Anders sieht das bei den All-Mountain-Ski aus: Sie nehmen inzwischen einen großen Raum in den Kollektionen ein. Diese Ski sollen sowohl im Gelände als auch auf der Piste Spaß bieten und werden je nach Ausrichtung mit unterschiedlichen Mittelbreiten angeboten. „Bis 78 Millimeter (mm) Mittelbreite ist es eher ein Pistenski, danach eher eine Geländeski“, erklärt König. Je breiter er ist, desto mehr Auftrieb hat ein Ski - was gut für das Fahren im Tiefschnee ist. Auf der Piste bedeutet mehr Breite aber einen längeren Weg beim Umkanten.

Mit einer neuen Serie reagiert der österreichische Hersteller Blizzard auf diesen Trend: Sie heißt Magnum und umfasst fünf Modelle mit Breiten zwischen 70 und 87 mm. K2 folgt dem Trend zum All-Mountain-Ski mit einer Neuauflage des „Apache Xplorer“, den es vor zehn Jahren schon einmal gab. Damals hatte der Ski eine Breite von 74 mm, heute liegt sie bei 84 mm, teilt der Hersteller aus dem bayerischen Penzberg mit. Damit er auch gut auf der Piste zu handhaben ist, setzt K2 auf eine neue Bindungstechnologie - die MX. Sie sitzt nicht auf dem Ski, sondern ist für eine direkte Kraftübertragung in ihn eingelassen.

Völkl stattet seinen neu entwickelten, 89 mm breiten „Grizzly“ mit der neuen iPT Wideride Bindung aus. Auch sie ist in den All-Mountain-Ski integriert und bietet daher eine breitere Kontaktfläche. Außerdem ist sie laut Völkl um 20 Prozent leichter als übliche Bindungen. Andreas König findet die neuen Bindungssysteme „klasse“: „Durch die breite Auflage hat man eine deutlich bessere Kraftübertragung auf den Ski und damit ein direkteres Fahrgefühl.“

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