Petric einmal mehr Matchwinner für HSV

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Loblieder auf Mladen Petric, klare Worte für Ivica Olic: Beim Hamburger SV standen zum Hinrunden-Abschluss einmal mehr die kroatischen Stürmerstars im Mittelpunkt.

Während der vom FC Bayern München umworbene Olic im Vertragspoker keine weiteren Nachbesserungen erwarten darf, liegen Petric derzeit alle zu Füßen. Dank seines Siegtreffers war der Torjäger vom Dienst nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg über Eintracht Frankfurt, mit dem der Hamburger Fußball- Bundesligist seine imposante Heimbilanz auf 22 von 24 möglichen Punkten ausgebaut hat, einmal mehr der umjubelte Mann. „Mladen Petric hat den Unterschied ausgemacht - und das nicht zum ersten Mal“, lautete die treffende Analyse von Clubchef Bernd Hoffmann.

Dass die Hanseaten nach dem Weggang ihrer langjährigen Leitfigur Rafael van der Vaart auf Platz vier mit 33 Zählern an den Champions-League-Rängen schnuppern und dazu im DFB- und Europapokal überwintern, ist in der Tat vor allem Petric zu verdanken. 14 Treffer in 23 Pflichtspielen, davon acht per Kopf, erzielte der Angreifer, für den der HSV im Sommer Mohamed Zidan und zudem knapp fünf Millionen Euro an Borussia Dortmund abgegeben hatte. „Zidan gegen Petric war ein großartiger Tausch. Ich bin Dortmund heute noch dankbar dafür“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker.

Gegen weitgehend harmlose Frankfurter reichte Petric ein heller Moment, um nach einer Maßflanke von Piotr Trochowski „mit der Glatze“ (59. Minute) den siebten Heimsieg zu sichern. „Wir haben keinen Zauberfußball gezeigt“, gab Petric nach der Zitterpartie zu, in der HSV-Keeper Frank Rost bei einer Doppelchance von Martin Fenin (85.) in der Schlussphase die drei Punkte festhielt.

Nicht nur wegen dieser fehlenden Souveränität warnte „Serientäter“ Petric vor übertriebenen Erwartungen, obwohl der HSV nur zwei Punkte hinter dem FC Bayern liegt und in der Rückrunde noch alle drei Top- Teams zu Hause empfängt. „Es ist gut, dass wir den Abstand verkürzen konnten, aber wir sollten auch den Ball flach halten“, sagte der 27- Jährige, der im Duell um den Gruppensieg im UEFA-Cup gegen Aston Villa wieder zuschlagen möchte.

Das will auch sein Sturmkollege Olic, der vor einer unruhigen Winterpause steht. Der Dauerrenner muss sich entscheiden, ob er die HSV-Offerte annimmt oder sich dem Konkurrenzkampf in München stellt. „Unser Angebot liegt auf dem Tisch. Es wird nicht nachgebessert“, stellte Hoffmann klar. Dass die Hanseaten Abgänge kompensieren können, hat nicht zuletzt diese Saison gezeigt. „Ich glaube, wenn wir ohne van der Vaart einen Punkt mehr haben als letztes Jahr, ist es ein Kompliment an unsere Truppe“, zog Trainer Martin Jol zufrieden Halbzeitbilanz.

Nach dem Ende einer nervenzehrenden Hinrunde hatte auch Eintracht- Coach Friedhelm Funkel nur lobende Worte für seine Schützlinge parat. „Insgesamt bin ich mit der Hinrunde angesichts der vielen Verletzten sehr zufrieden“, meinte Funkel, dessen Team mit 19 Punkten - sechs Zähler von Relegationsplatz 16 entfernt - in die Winterpause geht. Nach einem Fehlstart hatten sich die Hessen zwischenzeitlich am Tabellenende wiedergefunden, Rufe nach einer Trennung von Funkel waren laut geworden. Doch Clubchef Heribert Bruchhagen hielt an seinem Coach fest - und der Erfolg stellte sich wieder ein. „Wir haben Geschlossenheit gezeigt. Das zeichnet uns seit vielen Jahren aus“, sagte Bruchhagen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen