Pavel: „So geht das nicht!“

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Landrat Klaus Pavel drängt auf Verbesserungen im Fernstraßenbau für den Ostalbkreis. (Foto: Peter Schlipf)
Schwäbische Zeitung

Zumindest in Teilen absolut nicht einverstanden sind Landrat Klaus Pavel und die Kreisverwaltung mit den Anmeldungen des Landes für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015, was den Ostalbkreis betrifft. Eine Auffassung, der sich am Dienstag auch der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung des Kreistags angeschlossen hat. Vor allem geht es um den Bau eines neuen Aufstiegs zur Autobahn mit einer Teilumfahrung Unterkochens sowie um die Ortsumgehungen Trochtelfingen und Pflaumloch.

Land soll Zusagen einhalten

Die beiden letztgenannten Teilstücke der B 29 fehlen in der Anmeldung des Landes nämlich plötzlich völlig, wie der Leiter des Geschäftsbereichs Straßenbau im Landratsamt, Andreas Weiß, verdeutlichte. 30 Jahre lang, so äußerte Pavel Unmut und Unverständnis, sei hier die Notwendigkeit von Ortsumfahrungen gesehen worden, „und jetzt soll das alles nicht mehr gelten. So geht das nicht!“ Beide müssten zumindest wieder in die Kategorie „Weiterer Bedarf“ einrücken, was letztlich dennoch bedeute, dass vor 2030 überhaupt keine Realisierungschance bestehe. Und dass der neue Aufstieg von Unterkochen nach Ebnat und zur A 7 nach dem Land nur unter „Weiterer Bedarf“ mit Planungsrecht rangiert, auch damit ist der Kreis nicht einverstanden. Sowohl Pavel als auch der Unterkochener Kreisrat und Ortsvorsteher Karl Maier (SPD) erinnerten an Zusagen des Landes, nach denen ernsthafte Umsetzungschancen ab 2015 bestünden, wenn die bisherige L 1084 zur B29a hochgestuft werde. Was dann auch geschehen sei. Unterkochen, so Pavel, müsse im „Vordringlichen Bedarf“ landen, wie die Ortsumfahrung Ebnat vom Land richtigerweise eingestuft sei.

Im Prinzip keine Kritik gab es an der Einstufung eines schrittweisen Ausbaus der B 29 von Schwäbisch Gmünd bis Mögglingen, des Baus der Ortsumfahrung Mögglingen sowie des vierspurigen Ausbaus zwischen Essingen und Aalen in den „Vordringlichen Bedarf“. Pavel und Weiß machten allerdings deutlich, dass der Bund für den Verkehrswegeplan 2015 mit „Vordringlicher Bedarf plus“ eine neue Kategorie geschaffen habe, in die das Land bislang ausschließlich Autobahnbauvorhaben eingestuft habe und mit der die bisherige Höchststufe „Vordringlicher Bedarf“ automatisch auf Rang zwei lande.

„An der Nase herumgeführt“

Unschlüssig war sich Pavel, was mit dem angedachten Bau von Ortsumgehungen in Untergröningen (B19) und Jagstzell (B290) geschehen solle. Jeweils mit unter fünf Millionen Euro veranschlagt, seien sie auch im noch geltenden Bundesverkehrswegeplan nicht enthalten, weil sie im Bundeshaushalt nicht eigens budgetiert werden müssten. Der Kreis will deshalb nachprüfen, ob dies auch nach 2015 gelten solle. „Wir kümmern uns darum“, versprach Pavel. Am 14. Mai soll der Kreistag nun endgültig beschließen, dass der Kreis beim Land auf die genannten Änderungen drängt. „Wir müssen die Maßnahmen reinbringen, bei denen wir schon zig Mal an der Nase herumgeführt worden sind“, meinte der Landrat.

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