Paul Maucher über den Pferdezuchtverein Bad Waldsee: Züchter müssen Geduld aufbringen

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Schwäbische Zeitung

SZ: Herr Maucher, was ist das Faszinierende am Züchten von Pferden?

Paul Maucher: Als Züchter möchte man den Bestand seiner Pferde durch effektives Züchten erhalten und verbessern. Der besondere Reiz beim Züchten von Pferden ist, dass man trotz einer gut vorbereiteten Anpaarung der Tiere nicht genau weiß, wie die Eigenschaften und der Charakter des Fohlens letztendlich sein werden.

SZ: Warum engagieren Sie sich als Vorsitzende in diesem Verein?

Paul Maucher: Der Umgang mit Pferden hat für mich etwas Entspannendes und Erfüllendes. Nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Hof ist das genau die richtige Entspannung für mich. Außerdem reite ich immer noch gerne bei Umzügen und dem traditionellen Blutritt in Weingarten mit. Außerdem hat die Pferdezucht auf unserem Hof eine gewisse Tradition. Schon mein Großvater hat Pferde gezüchtet. So kam es ganz automatisch, dass ich mich in einem Pferdezuchtverein engagiere.

SZ: Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, wenn man in den Verein eintreten möchte?

Paul Maucher: Grundsätzlich sollte man Tiere achten und Geduld mit ihnen haben. Als Pferdezüchter ist es wichtig, dass man sich für seine Pferde interessiert und sich für das Gedeihen und die Weiterentwicklung seines Pferdebestandes engagiert. Außerdem sollte man auch den Gedankenaustausch mit anderen Vereinsmitgliedern pflegen.

SZ: Was bietet der Verein seinen Mitgliedern?

Paul Maucher: Die Pferde unserer Vereinsmitglieder werden gekennzeichnet und bekommen einen Equipenpass, in dem der Stammbaum des Pferdes, die äußeren Merkmale und andere Eigenschaften eingetragen sind. Durch diese eingetragenen Informationen ist es dann für einen Züchter einfacher, einen geeigneten Deckhengst für seine Stute zu finden. Geeignete und geprüfte Deckhengste findet ein Pferdezüchter dann im Zuchthengstkatalog des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg, an den unser Verein angeschlossen ist.

SZ: Welche Aktivitäten unternimmt der Verein während des Jahres?

Paul Maucher: Wir beginnen unser Jahresprogramm im Frühjahr des Jahres mit unserer Jahreshauptversammlung. Zu dieser laden wir immer auch einen Fachreferenten ein, der über ein pferdespezifisches Thema berichtet. Jedes Jahr machen wir einen Vereinsausflug. Letztes Jahr haben wir zum Beispiel das Haupt- und Landesgestüt in Marbach besucht. Mit anderen Vereinen organisieren wir immer im Juni die oberschwäbische Stutenschau, bei der die Vereine ihre Stuten vorführen. Und ein spezieller Vorführwettbewerb, bei dem Jungzüchter ihre Stuten zeigen können, findet auch jährlich statt. Regelmäßig laden wir Fachreferenten während des Jahres zu Vorträgen ein.

SZ: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Pferdezuchtvereins?

Paul Maucher: Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Zuchtaktivitäten in Vereinen bleiben und nicht zu sehr privatisiert wird. Außerdem hoffe ich, dass unser Verein weiter aktiv bleibt und wir durch unsere Arbeit auch Jugendliche für die Pferdezucht begeistern können. Ich persönlich würde mich freuen, wenn mehr Landwirte an Pferden und deren Züchtung Interesse finden würden.

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