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Wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz ermittelt die Ulmer Kriminalpolizei gegen einen im Kreis Biberach praktizierenden Arzt. Rund 20 Jahre alte, noch lesbare Patientenakten hatte ein Nachbar des in Ulm wohnenden Arztes in zwei Altpapiertonnen gefunden.

Die Akten stammen nach Aussage des Ulmer Polizeisprechers Wolfgang Jürgens aus der Zeit um 1990 und resultierten aus der Zusammenarbeit des Arztes mit zwei Ulmer Kliniken. „Der Finder, offenbar ein Nachbar des in Ulm wohnenden Arztes, hat vorige Woche einen Teil der Akten an die betroffenen Kliniken, einen anderen an eine Ulmer Zeitung und schließlich einen Teil an die Polizei übergeben“, schildert Jürgens. Einen Teil der Akten soll der Finder zerrissen und selbst entsorgt haben.

Im Zusammenhang mit einem Umzug soll der Mediziner die Dokumente aus seiner Privatwohnung geräumt haben. Diese Akten hatte der Arzt, der im Kreis Biberach praktiziert, zwar vor der Entsorgung in den Papiertonnen dann zwar selbst geschreddert, wohl aber nicht klein genug, als dass nicht Patienteninformationen noch erkennbar gewesen wären.

Ob es deswegen zu einer Anklage gegen den Arzt komme, könne jetzt noch nicht gesagt werden, so Jürgens.

Zunächst müsse geklärt werden, ob überhaupt ein Verstoß vorliege: „Die Kriminalpolizei Ulm ermittelt derzeit wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz“, sagte der Polizeisprecher am Montag gegenüber der SZ Biberach. Erst danach könne man sicher sagen, ob der Arzt beim Vernichten der Patientenakten Fehler gemacht habe.

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