Pater Wolfgang Kindermann feiert mit einem Gottesdienst am Samstag sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Dazu singt der Kirchencho
Pater Wolfgang Kindermann feiert mit einem Gottesdienst am Samstag sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Dazu singt der Kirchenchor Schönenberg. (Foto: Josef Schneider)

Pater Wolfgang Kindermann feiert am Samstag, 7. Juli, mit einem Dankgottesdienst um 19 Uhr in der Schönenbergkirche und anschließendem Stehempfang auf dem Kirchplatz sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Der Redemptorist vom Schönenberg wurde am 9. Juli 1978 in Gars am Inn in Oberbayern von Weihbischof Heinrich von Soden-Fraunhofen zum Priester geweiht.

Wolfgang Kindermann ist in der DDR groß geworden. Er wurde am 13. März 1949 in Brandenburg an der Havel geboren. Seine Eltern kamen aus dem Sudetenland. Neun Jahre lebte Kindermann in Brandenburg, dann rückte für seine Geschwister und ihn die Jugendweihe näher. Das war mit ein Grund, dass die sechsköpfige Familie am 12. August 1958 nach Gars flüchtete, wo die Verwandten mütterlicherseits wohnten. „Wir sind auf den Tag genau drei Jahre vor dem Mauerbau ausgereist“, erinnert sich der ehemalige Ministrant. Und er berichtet, wie seine damalige Klassenlehrerin in Brandenburg einmal vor der Klasse behauptet hatte, der Mensch stamme von den Affen ab: „Da hat die Mehrheit der Klasse sie ausgelacht.“

Von Gars, wo Kindermann die Redemptoristen kennengelernt hat, zog die Familie nach einem guten Jahr nach Waldkraiburg. „Ich habe damals schon in der Familie Messe gespielt“, erzählt Kindermann: „Einer meiner Onkel ist Schreiner und hat mir einen Altar gezimmert und das entsprechende Mobiliar wie Kännchen und Kelch beschafft, so dass das dann ziemlich echt gelaufen ist.“ 1960 ging er für drei Jahre ins Internat nach Gars, danach bis 1966 aufs Reuchlin-Gymnasium Ingolstadt und dann bis 1969 ins Internat der Redemptoristen in Forchheim.

Als das Abitur anstand, riet ihm sein Latein- und Griechischlehrer, Altphilologie fürs Lehramt zu studieren. Doch ein heutiger Mitbruder stimmte ihn um, und so machte Kindermann bei den Redemptoristen in Gars das Noviziat. Als 1971 die dortige Hochschule aufgelöst wurde, wechselte Kindermann nach München, wo er bei den Jesuiten Philosophie und an der Universität Theologie studierte. Dazwischen nahm er eine Auszeit von zwei Jahren und überlegte, was er mit seinem Theologiestudium anfangen solle. Er wollte weder Religionslehrer noch (wegen der Einsamkeit) Weltpriester werden, und so entschied er sich 1976 erneut für die Redemptoristen. Nach einem Gemeindepraktikum in Sankt Alfons in Würzburg folgte im Januar 1978 die ewige Profess, im Februar die Diakonatsweihe in der Frauenkirche in München und am 9. Juli 1978 die Priesterweihe.

Die erste Station seines Priestertums war Cham, mit Aushilfen in der Umgebung und Vorbereitung auf die Gemeindemission. Von 1980 bis 2011 war Kindermann dann auf Gemeindemission und dabei immer zehn bis 14 Tage jeweils in einer Gemeinde zur Glaubenserneuerung. Seit 30. September 2008 ist Kindermann auf dem Schönenberg, zunächst als Mithilfe an der Pfarr- und Wallfahrtskirche, danach als Zelebrant in Pfahlheim, Beersbach und Röhlingen. Seit Februar 2018 ist er als Priester für die Gottesdienste in Ellenberg und Wört eingesetzt, seit Ende Mai noch zusätzlich an den Sonntagen in Stödtlen und Tannhausen. „Mit Vorabendmesse habe ich drei Sonntagsgottesdienste“, berichtet Kindermann: „Die vierte Gemeinde hat Wortgottesfeier. Und das rotiert, damit niemand ungerecht behandelt wird.“ Kindermann, der früher ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf und Baritonsänger war, ist gerne Priester: „Auch wenn es nicht immer nur Glücksjahre waren, ich möchte kein Jahr missen.“

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