Pantelic rettet Hertha zum 1:1 gegen Benfica

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Deutsche Presse-Agentur

„Problemfall“ Marko Pantelic hat Hertha BSC Berlin vor einem Fehlstart in die UEFA Cup-Gruppenphase bewahrt. Ausgerechnet der zuletzt suspendierte serbische Torjäger rettete dem Fußball-Bundesligisten das 1:1 (0:0) gegen den portugiesischen Serienmeister Benfica Lissabon.

Die Gäste waren vor nur 26 144 Zuschauern im Olympiastadion durch Angel di María in Führung gegangen (51.). Pantelic, erst in der 66. Minute eingewechselt, traf nur acht Minuten später mit einem wunderschönen Schuss aus 15 Metern. Nach dem verdienten Remis geht das UEFA Cup- Abenteuer für die Berliner in der Gruppe B am 6. November beim ukrainischen Vertreter Metallist Charkow weiter.

Trotz der versöhnlichen Geste unmittelbar nach dem Abpfiff zwischen Favre und Pantelic schien Herthas Coach seinem Torjäger noch nicht vollständig vergeben zu haben. „Das Tor hat er gut gemacht, aber für mich zählt die Mannschaft, und ich muss ein Gleichgewicht finden. Alles andere interessiert mich nicht“, meinte Favre. Pantelic bedankte sich vor allem bei den Fans: „Vielen Dank an die Fans. Ich bin ein Typ mit viel Respekt für meinen Verein. Das war ein Riesenstress. Dabei habe ich in dreieinhalb Jahren nur ein Training verpasst.“ Manager Dieter Hoeneß freute sich über die Trotzreaktion: „Das ist das, was man erwarten kann, wenn ein Spieler einen Fehler gemacht hat. Das ist die beste Sprache eines Stürmers.“

Benfica, bei 19 internationalen Auftritten in Deutschland ohne Sieg, sorgte in der 4. Minute für den ersten Aufreger. EM-Teilnehmer Nuno Gomes verpasste mit einem von Arne Friedrich abgefälschten Schuss nur um Zentimeter die Führung.

Danach beschränkten sich die Portugiesen mit zwei Defensivreihen auf eine Safety First-Taktik. Die Berliner benötigten knapp 20 Minuten, um sich auf Benficas Abwehrpolitik einzustellen. Andrej Woronin, der nach einer Muskelverhärtung im Oberschenkel und einem Nasenbeinbruch erstmals ohne Maske spielte, gab dann mit zwei halben Gelegenheiten das Zeichen für mehr für etwas Mut in der Offensive (18./28.). Sein etatmäßiger Angriffspartner Pantelic bekam von Favre unterdessen einen weiteren Denkzettel und sass zunächst nur missmutig auf der Bank.

Ähnlich wie zuletzt beim 2:1 in der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart fehlte bei den engagierten Hertha-Profis die letzte Passgenauigkeit in die Spitze. Nicu und Cicero waren um spielerische Phantasie bemüht, aber zu oft ging es in die Breite. Nach einem Klasse- Pass von Cicero vergab Woronin in der 37. Minute die beste Chance der Gastgeber und scheiterte aus kurzer Distanz am portugiesischen Nationaltorhüter Quim.

Unmittelbar nach der Halbzeit wurden die Gastgeber doppelt kalt erwischt. Nach einem misslungenen Angriff fingen sich die Berliner einen Konter. Der 20 Jahre junge argentinische Olympiasieger di María versetzte den schwachen Marc Stein verwertete ein Gomes-Zuspiel zum 1:0 (51.). 60 Sekunden später musste auch noch der angeschlagene Kapitän Friedrich runter. Für ihn kam Kaka, aber die Zuschauer forderten lautstark Pantelic. In der 66. Minute wurde ihr Flehen erhört. Das „Enfant Terrible“ kam, wirbelte und traf zum überfälligen 1:1 (74.). 180 Sekunden später hätte Woronin den Sieg für die nach der Pause verbesserten Berliner klar machen müssen.

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