Pärchenbetrieb auf Schnee und Eis

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Schwäbische Zeitung

Viele prominente Pärchen, die durch den Sport zusammengewachsen sind, unterstützen sich bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea gegenseitig. Die Konzentration auf den eigenen Wettbewerb steht zwar im Mittelpunkt, der Rückhalt durch den Partner ist für viele Sportler aber wichtig.

Kombinierer Fabian Rießle und Langläuferin Sandra Ringwald freuen sich, dass sie erstmals zusammen bei Olympischen Spielen am Start sind. Allerdings: Sie wohnen nicht zusammen, da die Langläuferinnen im olympischen Dorf, die Kombinierer aber in einem Extra-Haus in der Nähe der Wettkampfstätte untergebracht sind.

Kein Drang an die Öffentlichkeit

Seit knapp zwei Jahren sind die Biathleten Simon Schempp und Franziska Preuß ein Paar. Groß in die Öffentlichkeit drängen sie sich nicht. Kein gemeinsames Interview, keine Foto-Love-Story in der Presse – beide halten ihre Beziehung privat. Klar ist aber, dass sie sich ständig gegenseitig motivieren. Vor allem, weil beide schon schwierige sportliche Zeiten durchlebten. „Simon unterstützt mich sehr, weil er weiß, wie es ist, wenn es nicht so gut läuft. Es ist gut, dass er da ist“, sagt Franziska Preuß, die nach langer Krankheitspause erst in letzter Minute das Olympia-Ticket löste.

Das Traumpaar des Winter-Zweikampfes sind aber Ole Einar Björndalen und Darja Domratschewa. Der 44 Jahre alte Rekord-Olympiasieger aus Norwegen verpasste zwar die Qualifikation für seine siebten Winterspiele, ist aber als Unterstützer und Teil des weißrussischen Teams in Pyeongchang dabei. In Weißrussland ist seine Gattin als dreimalige Olympiasiegerin eine Nationalheldin. Und diesmal steht selbst Björndalen in ihrem Schatten. Verheiratet sind beide seit Juli 2016, wenig später kam Töchterchen Xenia zur Welt. „Er ist ein toller Vater und unterstützt mich sehr“, hat Domratschewa schon nach ihrem starken WM-Comeback im vergangenen Februar gesagt. Björndalen gab die Komplimente zurück: „Darja ist eine fantastische Frau, eine fantastische Athletin.“

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein weiß in Matthias Große nicht nur ihren Lebensgefährten, sondern auch ihren besten Motivator bei sich. „Ich brauche Matthias an meiner Seite und bin froh, dass ihn der DOSB akkreditiert hat“, so die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin. Ihr Appartement im olympischen Dorf teilt sie aber nicht mit ihrem als Mentalcoach akkreditierten Partner, sondern mit ihren Teamgefährtinnen Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler.

Bronze für russisches Ehepaar

Auch an den alpinen Strecken bangen Skiläufer mit ihren Liebsten. Fritz Dopfer und Lena Dürr sind ein Paar. US-Star Mikaela Shiffrin ist mit dem Franzosen Mathieu Faivre liiert. Snowboarder Johannes Höpfl freut sich, im Winter endlich mal mehr Zeit mit seiner Freundin zu verbringen. Seit sechs Jahren ist der einzige deutsche Halfpipe-Teilnehmer mit der Raceboarderin Ramona Hofmeister zusammen, die sogar als deutsche Medaillen-Hoffnung gilt.

„Es ist voll cool, dass wir jetzt zusammen bei Olympia sind“, sagte Höpfl. „So eine Saison bei uns besteht eigentlich immer daraus, dass beide unterwegs sind. Es überschneidet sich vielleicht mal einen Tag, dass wir beide gemeinsam daheim sind.“ Logisch, dass der 22-Jährige die Rennen seiner Liebsten im Parallel-Riesenslalom in der zweiten Olympia-Woche nicht verpassen will. Da die 21-Jährige erst spät anreist, wird sie Höpfls Auftritt bei der Halfpipe-Qualifikation im Phoenix Snowpark (Mittwoch, 2.30 Uhr MEZ)allerdings verpassen.

Das Privileg, im selben Team zu starten, durfte ein Ehepaar in der Mannschaft der Olympischen Athleten aus Russland bei der Premiere des Mixed-Wettbewerbes im Curling genießen. Anastassija Brysgalowa und Alexander Kruschelnizki haben im vergangenen Sommer geheiratet, nachdem sie sich vor sechs Jahren bei Junioren-Wettkämpfen kennenlernten. In Pyeongchang holte sich das russische Ehepaar die Bronzemedaille.

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