Ostalbkreis: Ausgangssperren für Ungeimpfte vermutlich schon am Montag

Ab diesem Montag wird es wohl wieder zu einer Ausgangssperre kommen – jedoch nur für Ungeimpfte. Nächtliche Kontrollen inklusive
Ab diesem Montag wird es wohl wieder zu einer Ausgangssperre kommen – jedoch nur für Ungeimpfte. Nächtliche Kontrollen inklusive. (Foto: Jonas Walzberg/dpa)
Leiter der Redaktionen Aalen und Ellwangen
Deutsche Presse-Agentur

Bereits am Freitag hatte Landrat Joachim Bläse die Nase gerümpft, als man über die neuen Rekordwerte der Coronazahlen im Ostalbkreis gesprochen hatte. Nach den Landkreisen Biberach und Schwarzwald-Baar hat der Ostalbkreis die höchsten Infektionszahlen im Land.

„Trauriger Rekord“

„Ein trauriger Rekord, der dazu führen kann, dass über die bislang landesweit geltenden Maßnahmen der Alarmstufe hinaus bei uns zusätzliche Beschränkungen kommen, sollte sich die Infektionslage im Kreis nicht abschwächen“, so Landrat Joachim Bläse. „Oberstes Gebot ist es jetzt, dass wir für geschützte, möglichst sichere soziale Kontakte sorgen. Dazu gehört, dass sich Ungeimpfte, die sich und andere überproportional gefährden, an die Kontaktbeschränkungen halten, dass sich Geimpfte vor Kontakten vorsorglich zusätzlich noch testen und dass bei allen Kontakten - sowohl im Außen-, ganz besonders aber im Innenbereich - Maske getragen wird.“

Es wird wohl nicht bei diesen drei Kreisen bleiben

Wegen eines außergewöhnlich starken Anstiegs an Corona-Infektionen dürfen Ungeimpfte in drei Landkreisen von Montag an nachts nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Das Verlassen der eigenen vier Wände in den Corona-Hotspots Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach sei diesen Menschen zwischen 21 und 5 Uhr nur noch beispielsweise für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen erlaubt, sagte der Amtschef im Sozialministerium, Uwe Lahl, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Stuttgart. Es sei davon auszugehen, dass es nicht bei diesen drei Kreisen bleibe.

Ungeimpft führt der Weg nicht an die Bar

Zutritt zu beispielsweise Gastronomie, Hotels (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden) und Einzelhandel sei von Montag an ausschließlich immunisierten — also Geimpften und Genesenen — Besuchern und Kunden gestattet. Ausgenommen von dieser Zutrittsbeschränkung sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen wie Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.

Sieben-Tage-Inzidenz über 700

Das Landesgesundheitsamt hatte am Donnerstag für den Schwarzwald-Baar-Kreis einen außergewöhnlich starken Anstieg des Infektionsgeschehens innerhalb der vergangenen sieben Tage gemeldet. „So liegt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner nach dem angegebenen Berichtsstand bei einem Wert von 659,6 und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt“, hieß es. Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner im Ostalbkreis bei 700,9 und in Biberach bei 677,9.

Schärfere Regeln auch für die Jüngeren

Im Südwesten sollen von kommenden Mittwoch an nochmal deutlich schärfere Corona-Einschränkungen vor allem für jüngere Ungeimpfte gelten. Die grün-schwarze Regierung plant die 2G-Regel (genesen oder geimpft) nun auch für Zwölf- bis 17-Jährige einzuführen, was auch für viele Familien weitreichende Konsequenzen haben dürfte. Außerdem sind Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Corona-Hotspots vorgesehen. Die neue Corona-Verordnung wird derzeit erarbeitet.

Bläse appelliert an die Ungeimpften

Bläse hat sich selbst wiederholt dazu geäußert und richtet sich direkt an die Ungeimpften: „Ich bitte Sie dringend: Unterstützen Sie unsere gemeinsamen Bemühungen, die Rekordwelle zu brechen und weitere Beschränkungen des täglichen Lebens zu vermeiden, indem Sie Ihre Kontakte reduzieren und durch freiwillige Tests sicherer machen. Halten Sie sich an die AHA-Vorschriften und ein besonderer Appell geht an die immer noch Umgeimpften: Holen Sie sich Ihren Impfschutz!“

Weitere Informationen zu den Verschärfungen im Zuge der Corona-Pandemie sollen seitens der Landesregierung im Laufe des Montags folgen.

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