Oscar-Countdown läuft

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Deutsche Presse-Agentur

Für die Filmbranche ist es die Nacht der Nächte: Um 2.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnt die 81. Oscar-Gala. Nach dem Defilee der Stars auf dem Roten Teppich werden im Kodak-Theater die begehrtesten Kinopreise der Welt vergeben.

Zu den Nominierten für die Auszeichnung als beste Produktion des Jahres gehören unter anderem das große Hollywood-Drama „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, der in Indien gedrehte Film „Slumdog Millionär“ und „Der Vorleser“ als Verfilmung eines deutschen Bestseller-Romans. Erstmals moderiert Hugh Jackman die in Deutschland live von Pro Sieben übertragene Show. Der australische Schauspieler wurde jüngst zum „sexiest man alive“ gekürt.

Die deutsche Filmbranche kann in Hochstimmung auf die Oscar-Nacht blicken. So viele Chancen gab es noch nie. Das RAF-Drama „Der Baader Meinhof Komplex“ ist für den Auslands-Oscar nominiert. Und gleich mehrere Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme mit ausgeprägt deutschen Wurzeln nähren ebenfalls Hoffnungen auf eine Auszeichnung in Hollywood.

Die deutschen Oscar-Hoffnungen im Überblick:

- Der Münchner Bernd Eichinger (59) ist schon eine Art „Serientäter“. Der Produzent und sein Regisseur Uli Edel (61) gehen mit „Der Baader Meinhof Komplex“ an den Start. Nach „Der Untergang“ (2005) ist dies die zweite Oscar-Nominierung für Eichinger innerhalb von vier Jahren.

- Die Berliner Produzenten Gerhard Meixner (42) und Roman Paul (40) (Razor Film) bauen ebenfalls auf Oscar-Erfahrung. Sie haben den israelischen Animationsfilm „Waltz With Bashir“ produziert und damit schon einen Golden Globe gewonnen. Meixner und Paul arbeiten konsequent international und waren vor drei Jahren bereits mit einer Nominierung für „Paradise Now“ aus Palästina im Rennen.

- Zwei deutschsprachige Anwärter gibt es in der Kurzfilm-Kategorie. Hier kann sich der Berliner Regisseur Jochen Alexander Freydank mit dem 14-Minuten-Drama „Spielzeugland“ ebenso Hoffnungen machen wie Reto Caffi (37), ein Absolvent der Kunsthochschule für Medien in Köln. Freydanks bereits vielfach ausgezeichneter Film mit der Schauspielerin Julia Jäger spielt im Nazi-Deutschland der frühen 1940er Jahre und handelt von Schuld und Verantwortung, von großen und kleinen Lügen. Der in Zürich geborene Caffi hat für sein 30 Minuten langes Werk „Auf der Strecke“ bereits den Studenten-Oscar 2008 gewonnen. In der Kurzfilm-Kategorie erhielt zuletzt Florian Gallenberger 2001 für „Quiero Ser“ als Deutscher einen Oscar.

- Der in München geborene Filmemacher Werner Herzog (66) hat für den Dokumentarfilm „Encounters At The End of The World“ (Begegnungen am Ende der Welt) nach Jahrzehnten im Geschäft seine erste Oscar-Nominierung erhalten. Herzog war schon immer von extremen Schauplätzen fasziniert und hat zum Beispiel in „Fitzcarraldo“ ein ganzes Schiff über einen Berg im Amazonas-Gebiet ziehen lassen. In seinem Dokumentarfilm porträtiert er Wissenschaftler, die ihr Leben den Tieren und der Landschaft der Südpol-Region widmen.

- Das in insgesamt fünf Kategorien nominierte US-Drama „Der Vorleser“ entstand nach dem Bestseller des deutschen Autors Bernhard Schlink. Der Film mit Kate Winslet und dem deutschen Jungstar David Kross wurde unter anderem in Köln gedreht.

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