Opfer und Zeugen vor Gericht besser informieren

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Deutsche Presse-Agentur

Opfer und Zeugen sind nach Ansicht der Rostocker Amtsrichterin Gabriele Krüger zu wenig über ihre Rechte in einer Gerichtsverhandlung informiert. „Viele haben aber auch Hemmungen, ihr Rechte wahrzunehmen“, so die Juristin.

Wichtig sei, dass die Opfer und Zeugen schon vor einer Verhandlung umfangreich beraten und nicht von der Situation im Gerichtssaal überrascht würden. Wer als Opfer oder Zeuge seine Rechte kennt, könne im Strafverfahren selbstbewusster auftreten. Viele Opfer seien nicht genug über die Möglichkeiten von Zeugenschutzprogrammen informiert. Wenn jemand befürchten muss, durch seine Aussage sich oder seine Angehörigen zu gefährden, könne das Landeskriminalamt Hilfe anbieten, sagte Krüger.

„Für einige Opfer ist es ganz wichtig zu wissen, dass eine reale Verhandlung mit einer TV-Verhandlung nichts zu tun hat“, betonte sie. „Bei vielen, vor allem den Jüngeren, ist auch der Irrglaube entstanden, dass Gerichtsprozesse live im Fernsehen übertragen werden“, sagte Krüger. Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die Gerichte nur aus dem Fernsehen kennen, sei es von Bedeutung, dass sie vor der Verhandlung den Gerichtssaal gezeigt bekämen. Mit der Beantwortung von Fragen wie „Ist der Täter anwesend?“ oder „Unter welchen Umständen kann die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden?“, könnten Verunsicherungen beseitigt werden.

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