Oma-Hauben und Armeekappen: Mützentrends des Winters

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Deutsche Presse-Agentur

„Setz' dir ja eine Mütze auf, du holst dir sonst was weg!“ Dieser Elternspruch dürfte jetzt im knackig kalten Winter besonders oft fallen. Bei Temperaturen wie am Nordkap ist die Kopfbedeckung ein Muss.

„Die Leute wollen unbedingt was auf die Ohren“, sagt Torsten Rudolph, Chef der Sport-Scheck-Filiale in Hamburg. Besonders im Trend sind derzeit Schirmmützen aus Strick, auch Armee- oder Legionärskappen genannt.

Frauen greifen gern zu wollig-kuscheligen Oma-Mützen, die ein bisschen an Strickhüllen für Klorollen erinnern. Ebenfalls ein Renner sind laut Rudolph Mützen der Firma Barts. An Kindern und in Skigebieten sieht man die „Wuschelmützen“: unten Strick und oben ein Bausch Kunsthaar, manchmal in Form eines Irokesen.

Beim Skateboarder-Laden „Titus“ in Berlin-Mitte schwärmt die Verkäuferin von lässigen „Beanies“, die schlauchig und relativ lang sein können. Edler und teurer geht es ein paar hundert Meter weiter bei Designerin Claudia Skoda und Hutmacherin Fiona Bennett zu: In ihrer Kollektion „Kiss“ finden sich handgestrickte Alpaka-Kreationen wie „Kimberly“ mit Katzenohren, „Kasimir“ im Schieberstil oder „Kirk“ im Grobstrick. Bommel- und Pudelmützen, so scheint es zumindest in der Hauptstadt, bleiben diesen Winter eher in der Schublade. Seltenheitswert haben auch Ohrenwärmer zum Aufstülpen, die es im Internet mittlerweile sogar in Schwarz-Rot-Gold gibt.

In Modefachblättern werden übergroße Frauenmützen im „Boho-Stil“ empfohlen. Sie werden locker am Hinterkopf getragen und kommen im Grobstrick oder fein gehäkelt daher. Ein Vorteil: Die Frisur bleibt erhalten. Denn um Wetter-Kollateralschäden zu vermeiden, muss die Kopfbedeckung locker sitzen: „Wählen Sie möglichst eine Mütze, die leger auf dem Kopf sitzt und das Haar nicht allzu platt drückt“, sagt die Starfriseurin Marlies Möller. „Out“ sind Mützen mit bunten Mustern, urteilt die Frauenzeitschrift „Freundin“. Und sie rät: „Ihre schmucklose Strickmütze aus dem letzten Jahr wird aufgewertet, wenn Sie seitlich eine kleine Brosche oder Schleife anheften.“

„Man greift auch wieder zu Pelz“, weiß die Essener Hutfachfrau und Bundesinnungsmeisterin Gerlinde Götte. „Ein schöner Fuchs sieht ja auch besser aus als ein Webpelz“, sagt sie. Eine ähnliche Beobachtung hat Autor Bernhard Roetzel („Der Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode“) bei hippen Berlinern gemacht: „Sehr angesagt ist im Moment die Pelzmütze.“ Skeptisch ist Roetzel beim Hauptsache-warm- Ansatz. Einfach eine Skimütze zum schwarzen Mantel - das passt nicht, findet er. „Es muss stimmig sein.“

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