„Ohne Ausbildung kommt man nicht weit“

Lesedauer: 5 Min
 Die jungen Musiker der Jugendkapelle Renquishausen engagieren sich mit dem Benefizkonzert für den guten Zweck.
Die jungen Musiker der Jugendkapelle Renquishausen engagieren sich mit dem Benefizkonzert für den guten Zweck. (Foto: Achim Großmann)

Das Benefizkonzert findet am Sonntag, 14. Oktober, um 18.30 Uhr in der Festhalle in Renquishausen statt. Einlass ist ab 18 Uhr. Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Die Jugendkapelle Renquishausen veranstaltet am Sonntag, 14. Oktober, ein Benefizkonzert in der Festhalle in Renquishausen. Der Erlös kommt dem Schulprojekt von Pfarrer Bonaventure Kambotuu zugute, der 1995 im Norden Ghanas eine Schule aufgebaut hat.

Das Projekt, das den Namen „Hilfe zur Selbsthilfe trägt“, ist der Seelsorgeeinheit Donau-Heuberg bekannt. Verschiedene Bürger machen sich dafür stark und sammeln Spenden. In Renquishausen ist es das Team um Anja Kloos. Die neun Frauen organisieren verschiedene Events und unterstützen damit das Schulprojekt von Pfarrer Bona, wie er liebevoll in der Seelsorgeeinheit genannt wird. Seit 2011 hilft der afrikanische Pfarrer während der Urlaubszeit im Sommer in der Seelsorgeeinheit aus. So wurde Kloos auf sein Projekt aufmerksam.

„Die Idee zum Benefizkonzert entstand Ende 2017, als wir uns in der Jugendkapelle gemeinsam überlegt haben, welchen besonderen Auftritt wir 2018 durchführen wollen. Wir waren uns sofort einig, mit dem Konzert dieses Projekt zu unterstützen“, sagt Jugendchorleiter Achim Großmann gegenüber unserer Zeitung.

Armen eine Schulbildung ermöglichen

Während seines Studiums in Rom (1988 bis 1992) fand Bona Freunde aus Deutschland und Österreich. Während eines Aufenthalts in Österreich 1995 wurde er gefragt, welches Geschenk sie ihm machen dürfen.

Er wusste, dass er die armselig gebauten und baufälligen Klassenzimmer in seinem Dorf Saan erneuern möchte. Er berichtete über sein Vorhaben. „Noch im selben Jahr erhielt ich eine Summe von 1500 Dollar. Mit diesem Geld besorgte ich Zement und wir konnten mit dem Projekt beginnen“, erinnert er sich. Aber um fortzufahren reichte das Geld nicht. Immer wieder kam finanzielle Unterstützung aus Österreich und Deutschland. Seit 2015 auch aus Renquishausen. Mittlerweile ist das Projekt gewachsen. Über 1000 Kinder besuchen vom Kindergarten bis zur Abitursklasse die Schule.

Gesellschaftliche Situation im Norden Ghanas

Nach Angaben von Pfarrer Bona gibt es im Norden Ghanas keine Industrie, keine Infrastruktur und auch keinen Strom. „Erst seit dem 28. Dezember 2016 hat unsere Schule Strom. Unser Dorf aber noch nicht“, erklärt er. Alles sei unterentwickelt. Die Rate der Analphabeten liege bei 80 Prozent. Die Arbeitslosigkeit sei sehr hoch. Die Eltern der Kinder sind Landwirte, bearbeiten ein Stück Land, um sich und ihren Nachwuchs versorgen zu können. „Ohne Ausbildung kommt man hier nicht weit“, betont er.

Die Kinder können – neben den klassischen Unterrichtsfächern – schon während ihrer Schulzeit Berufe wie Automechaniker, Elektriker, Schreiner, Schlosser, Maurer, Koch und Co. erlernen. Allerdings gibt es in Ghana keine Autos, so Bona. Die Auszubildenden lernen dann, Motorräder und Dreiräder zu reparieren. Viele Mädchen lassen sich auch in technischen Berufen ausbilden, bestätigt er. „Die Schule steht allen Kindern offen. Wenn sie einen dieser Berufe erlernt haben, dann können sie sich selbstständig machen, sind unabhängig und können Geld verdienen.“ Einige ehemalige Schüler, die sich auf dem ghanischen Arbeitsmarkt etabliert haben, kommen in die Schule und unterrichten die Kinder in ihrem Handwerk. Deshalb trägt auch das Projekt den Namen „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Zum Benefizkonzert: Von Musical bis Filmmusik

„Wir werden Musikstücke aus den Bereichen Film, Musical, moderner Unterhaltungs- und kirchlicher Musik spielen“, sagt Großmann. Die Zuhörer können sich (Änderungen vorbehalten) auf Stücke wie „The Lion King“, „Let it go“, „Shut up and dance“, „Arrival“, „Gonna fly now“ und „Jesus berühre mich“ freuen.

Das Benefizkonzert findet am Sonntag, 14. Oktober, um 18.30 Uhr in der Festhalle in Renquishausen statt. Einlass ist ab 18 Uhr. Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen