NS-Kriegsverbrecher vermutlich tot

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Deutsche Presse-Agentur

Wie ein LKA-Sprecher am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, liegen der Behörde ernstzunehmende Informationen vor, wonach Heim 1992 in Kairo gestorben sein soll. Danach soll sich der frühere KZ-Arzt seit 1963 in Ägypten aufgehalten haben. Nach Informationen des ZDF und der „New York Times“ starb Heim am 10. August 1992 im Alter von 78 Jahren in Kairo an Krebs. Er soll dort nach seinem Tod beerdigt worden sein.

Der Chef der weltweit größten Fahndungsstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg, Kurt Schrimm, hatte den NS-Verbrecher zuletzt in Südamerika oder Spanien - und zwar lebend - vermutet.

Heim wurde 1914 im österreichischen Radkersburg geboren. Wegen seiner extremen Grausamkeit wurde er in Nazi-Konzentrationslagern „Dr. Tod“ genannt. Heim praktizierte nach dem Krieg als Frauenarzt in Bad Nauheim und Baden-Baden. Nach Angaben des Wiesenthal-Zentrums gelang es ihm 1962, nach einem Tipp vor der Festnahme zu fliehen. Er wurde aufgrund eines Haftbefehls des Landgerichts Baden-Baden international gesucht. Mehrere hunderttausend Euro waren als Belohnung für seine Ergreifung ausgesetzt.

Nach LKA-Angaben werden die neuen Hinweise überprüft. „Für einen 100-prozentigen Beweis brauchen wir die sterblichen Überreste des Toten“, sagte der Sprecher der Behörde. Es seien bereits in den 60er Jahren Hinweise bei der Behörde eingegangen, dass Heim in Ägypten gearbeitet haben soll. „Die Überprüfungen der ägyptischen Behörden konnten dies aber nicht bestätigen.“ Laut ZDF-Mitteilung war Heim zu seiner Tarnung Anfang der 80er Jahre zum Islam konvertiert und trug seitdem den Namen Tarek Farid Hussein.

Auch das österreichische Justizministerium prüft die Berichte um den Tod des KZ-Arztes. „Wir müssen zunächst einmal die Faktenlage prüfen, bevor wir weitere Entscheidungen treffen“, sagte eine Sprecherin. Es laufe bei der Staatsanwaltschaft in Wien noch ein Strafverfahren gegen Heim.

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