Notizen von der Fußball-Europameisterschaft

Vicente del Bosque
Würdigte Joachim Löw in einem Brief: Ex-Spainen-Coach Vicente del Bosque. (Foto: Marta Fernández Jara / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Brief mit Bewunderung: Spaniens früherer Erfolgscoach Vicente del Bosque hat Bundestrainer Joachim Löw vor dessen Abschiedsturnier als Bundestrainer in einem herzlichen Brief seinen Respekt ausgedrückt. Seine Mannschaft sei eine der schwersten Hürden gewesen, die die Selección auf dem Weg zu den großen Triumphen vor rund einem Jahrzehnt habe nehmen müssen, schrieb der 70-Jährige, der Spanien 2010 zum WM-Titel und 2012 zum EM-Gewinn geführt hatte. „Wahre Größe zeigt sich allerdings erst in Momenten der Niederlage. Sie verloren nie ein schlechtes Wort. Im Gegenteil. Sie nannten uns damals ein Vorbild. Dafür möchte ich Ihnen danken“, schrieb del Bosque in seinem Brief, den die „Mediengruppe Münchner Merkur tz“ veröffentlichte. Und er schloss: „Vor Ihrem Schlussakt wünsche ich Ihnen daher nicht nur sportlichen Erfolg, sondern auch, dass Sie sich Ihren edlen Charakter bewahren.“

Gute Laune in der Bubble: Während bei sommerlichen Temperaturen in Baku das Leben tobt, lebt die walisische Nationalmannschaft in ihrem EM-Teamquartier in Aserbaidschan in einer Corona-Blase. Begeistert ist Superstar Gareth Bale davon natürlich nicht, doch aus seiner Sicht macht seine Mannschaft das Beste aus der ungewöhnlichen Situation. „Tischtennis, Snooker, Playstation, alles ist da“, sagte der 31-Jährige am Freitag. „Jeder ist involviert - wir haben Kartenspiele. Wir verbringen eine gute Zeit, lachen, die Atmosphäre ist gut. Es ist natürlich schwierig, dass man im Hotel gefangen ist, wir können aber eine gute Zeit verbringen.“

Wettschwimmen: Lachend präsentierten Andrej Kramaric und Dejan Lovren ihre Muskeln. Nachdem die Teamkollegen an den Schwimm-Künsten der beiden kroatischen Fußball-Nationalspieler gezweifelt hatten, demonstrierten der Hoffenheimer Stürmer und der Verteidiger von Zenit St. Petersburg ihr Können. 250 Meter legten die beiden im Meer in 3:10 Minuten zurück.

Wie die Zeit vergeht: Nuno Mendes (18) ist das Küken im Kader der Portugiesen. Der Linksverteidiger hat sich bei Sporting Lissabon bis ins Nationalteam gespielt. Als Superstar Cristiano Ronaldo (36) sein erstes Tor für den EM-Titelverteidiger erzielte, war Nuno Mendes ein Jahr alt. Der schillernde Spitzenspieler von Juventus Turin war bei der EM im eigenen Land am 12. Juni 2004 gegen Griechenland (1:2) erstmals für Portugal erfolgreich. Seitdem folgten weitere 103 Treffer.

Azurblau statt rosa: Es hat fast schon Tradition: Am Tag des EM-Eröffnungsspiels der italienischen Nationalmannschaft gegen die Türkei tauschte Italiens größte Sport-Tageszeitung, die „Gazzetta dello Sport“, ihr typisches rosafarbenes Papier zu Ehren der Azzurri in azurblau ein. „Wir sind alle Azzurri!“, titelte das Blatt wenige Stunden vor dem Start in das Turnier in Rom auf blauem Hintergrund. Darunter ist auf der Titelseite ein Herz in den Farben der Flagge Italiens mit den Fotos aller Spieler des EM-Kaders abgebildet.

Ungebliebter Fußball: Am Tag des Eröffnungsspiels der Fußball-EM hat die Berliner Indie-Rock-Band „Isolation Berlin“ ihr Lied „Ich hasse Fußballspielen“ heraus gebracht. Mit E-Orgelsounds untermalt, erzählt der Sänger in langsamem Sprechgesang von der Tragik, als Kind beim Fußball nicht in die Mannschaft gewählt zu werden. „Und jetzt steh' ich wieder dumm in der Turnhalle rum, und versuche, keine Schwäche zu zeigen, doch kein Arsch wählt mich, keine Sau wählt mich, kein Schwein wählt mich in sein Team - ich hasse Fußballspielen.“ Das dritte Album „Geheimnis“ der Nischenmusiker erscheint am 8. Oktober.

Bittbrief: Schottlands Mittelfeldstar John McGinn hat eine junge Schülerin für einen „tollen“ Brief an deren Lehrerin gelobt. Die laut britischen Medien zehn Jahre alte Poppy Lord hatte sich in dem Schreiben dafür stark gemacht, dass die ganze Schule die EM schauen dürfe. Dort starten die Schotten am Montag (15.00 Uhr) gegen Tschechien in das Turnier. Es ist die erste EM-Endrunde für sie seit dem Jahr 1996. Es könne viele Kinder inspirieren, dass sie immer ihren Träumen folgen sollten, schrieb das Mädchen. Für den 26-jährigen McGinn von Aston Villa ist die Sache klar. „Ich glaube, dass der Brief Wirkung hat und dass sie alle das Spiel am Montag sehen werden“, sagte er in einer Video-Botschaft. „Ein großes Kompliment für Poppy.“

Abschied: Portugals Fußballer haben bei ihrer ersten Trainingseinheit in Budapest eines ehemaligen Nationalspielers gedacht. Der frühere Torwart Neno, der lange für Vitória de Guimarães und Benfica Lissabon gespielt hatte, war nach Vereinsangaben im Alter von 59 Jahren gestorben. Der aktuelle Stammkeeper des EM-Titelverteidigers, Rui Patricio, hielt bei der Einheit am Freitag im Illovszky-Rudolf-Stadion ein Trikot mit Nenos Aufschrift in die Kameras. Neno spielte neunmal für Portugal.

© dpa-infocom, dpa:210611-99-956021/2

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