Nordwesten der „DomRep“ poliert sein Image auf

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Deutsche Presse-Agentur

Mehr Sand am Strand, mehr Grün, neue Hotels und weniger Abfall am Straßenrand: Der Nordwesten der Dominikanischen Republik um Puerto Plata und Sosua hat wieder an Attraktivität gewonnen.

Vor gut zehn Jahren war die Region durch Billigpreise in die Schlagzeilen geraten. Dann fehlte das Geld für Investitionen, etliche Hotels und Strandabschnitte schmuddelten vor sich hin. Doch die Region hat die Trendwende geschafft.

Anders als in den kostspieligeren Ferienzentren Punta Cana und Cap Cana im Osten des Landes, die attraktivere Strände haben und die am Reißbrett geplant wurden, pulsiert im Norden noch das ursprüngliche dominikanische Leben. Fischer hauen krachend ihre Dominosteine auf wackelige Bartische, in den meisten Discos tanzen mehr Einheimische als Urlauber. Kleinbusse und Sammeltaxis stoppen auf Handzeichen.

Vor zehn Jahren war ein Spaziergang am Meer bei Puerto Plata aber noch eine Enttäuschung: wenig Sand am Strand, Schmutzwasser im Meer, Büchsen und Plastikabfall an den Straßen. Heute ist der „Long Beach“ sauber und breiter. Einige 100 000 Kubikmeter Sand wurden von Sandbänken weiter östlich durch große Rohre hierher gepumpt. Wer will, kann etliche Kilometer vom Stadt-Strand bis zum Ferienzentrum Playa Dorada spazieren. In die älteste Ferienanlage des Landes mit 14 Hotels und mehr als 4000 Zimmern, Golfplatz, Discos und Läden wurde ebenfalls viel investiert. Auch dieser Strand bekam eine kräftige „Sandspritze“, ebenso der am Surferdorf Cabarete. Sosua soll folgen.

Besonders am Sonntagnachmittag geht es am „Long Beach“ lebhaft zu. Teenager machen zu Merengue-Musik ein Tänzchen, Familien picknicken unter knorrigen Bäumen. Pavillons laden mit eiskaltem Bier, Rum und Grillfisch zur Einkehr. Vor der restaurierten Festung San Felipe am Ende der Promenade flirten junge Leute. Durch Schießscharten fällt der Blick auf den Hafen und das weite Karibikmeer. „Unser Malecon ist nun wirklich schön. Ganz Puerto Plata hat sich gewandelt“, sagt José Camacho, der Eigentümer eines Restaurants.

In einem preiswerten Hotel in Playa Dorada schließt um Mitternacht eine der Bars. Einige Angetrunkene sorgen für Ärger. Die Barkeeper bleiben aber freundlich und möglichst gelassen. Später sagt einer: „Wir dürfen keine Gäste verprellen.“ Nur fünf Minuten zu Fuß entfernt entspannt sich zeitgleich ein Paar beim Champagner am Pool. Das abgesenkte Ende des Beckens vermittelt den Eindruck, das Wasser und der helle Schein des Mondes gingen nahtlos ins Meer über. „Viele hatten uns vor drei Jahren für verrückt erklärt, weil wir hier so ein nobles Hotel errichteten“, sagt Generalmanager Roberto Casoni. Aber die Region und der Tourismus hätten eine gute Zukunft, schätzt er.

Das Nachtleben in Sosua ist ruhiger als früher: Anwohner beschwerten sich, einige „Señorita“-Bars mussten schließen. Schon lange vor Mitternacht werden im nahen Cabarete die Bürgersteige hochgeklappt: „Surfer gehen früh ins Bett, um morgens fit zu sein“, sagt Claudia Schwarz, eine Düsseldorferin, die seit 20 Jahren hier lebt. Spektakulär ist in Cabarete ein Abendspaziergang über den weiten, feinsandigen Strand: Mond und Sterne strahlen dort mit den Kerzen, Lampen und Lampions der „Restaurantmeile“ um die Wette.

Informationen: Fremdenverkehrsamt der Dominikanischen Republik, Hochstraße 54, 60313 Frankfurt; Telefon: 069/91 39 78 78, E-Mail: domtur@aol.com.

Reise-Informationen vom Tourismus-Ministerium des Landes: www.godominicanrepublic.com

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