Nord-Duo hält deutsche Fahne im UEFA-Cup hoch

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Deutsche Presse-Agentur

Als die Spieler von Werder Bremen auf dem Rasen des Giuseppe-Meazza-Stadions ausgelassen ihr Fußball-Wunder feierten, war den Verantwortlichen anderswo das Lachen längst vergangen.

Während den in der Bundesliga kriselnden Hanseaten mit dem 2:2 beim Starensemble des AC Mailand ein unerwartetes Kunststück gelang, scheiterten der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg bei ihren geplanten Aufholjagden gegen Zenit St. Petersburg (1:2) bzw. Paris St. Germain (1:3) kläglich. Dem beim 1:0 gegen NEC Nijmegen ungefährdeten Hamburger SV ist zu verdanken, dass die Bundesliga immerhin noch mit zwei Mannschaften im Achtelfinale des UEFA-Pokals vertreten ist. Vor einem Jahr hatten noch vier Clubs aus der deutschen Eliteklasse den Sprung unter die besten 16 geschafft.

Die zwei späten Tore von Rückkehrer Claudio Pizarro waren der Lohn für eine tolle Bremer Moral und machten den Norddeutschen nach vier sieglosen Rückrunden-Spielen in der Bundesliga Mut für den Hit gegen die Bayern. „Das Wichtige ist, dass wir am Ende Herz gezeigt haben“, sagte der zuletzt wegen Undiszipliniertheiten fehlende Peruaner, der im Alleingang den 0:2-Rückstand in Mailand wettgemacht hatte, und bekannte: „Wir denken jetzt nur an die Bayern.“ Von einer „großen Leistung“ sprach Manager Klaus Allofs, „überglücklich, dass wir das umgebogen haben“ war Kapitän Torsten Frings. Gegen die Franzosen von AS St. Etienne erwartet die Bremer in der nächsten Runde im März ein neuerlicher Kraftakt.

Beim VfB Stuttgart saß der Frust nach dem unnötigen Aus gegen den Vorjahressieger tief. „Das nervt. Das hätte nicht sein müssen“, brachte Sportdirektor Horst Heldt die Stimmung im Lager der Schwaben nach dem 1:2 auf den Punkt. Der brav und bieder spielende VfB biss sich an Zenit die Zähne aus und brachte außer seinem 200. Europacup- Treffer durch Neuzugang Timo Gebhart nichts Zählbares zustande. „Der letzte Tick hat gefehlt“, grantelte der sonstige Tor-Garant Mario Gomez, dem diesmal wenig gelang. Nun soll der badische Rivale Karlsruher SC die ganze Wut der Stuttgarter zu spüren bekommen. Gegen den Tabellen-17. müsse der VfB seine ganze „Qualität ausspielen“, forderte Trainer Markus Babbel.

Weniger dramatisch sah man beim VfL Wolfsburg das vorzeitige Ende der Reise durch Europas Stadien. „Wir haben mehr erreicht, als wir vor der Saison gedacht haben“, zog Trainer Felix Magath Bilanz, der im Anschluss an das 1:3 gegen Paris St. Germain aber allen Grund hatte, mit der miserablen Chancenverwertung seiner Elf zu hadern. „In der Anfangsphase war das eines unserer besten Spiele in dieser Saison. Wir hätten 2:0 führen müssen“, klagte Torhüter Andre Lenz, der kaum Gelegenheit hatte sich auszuzeichnen und dennoch dreimal überwunden wurde. Drei Tage vor dem Bundesliga-Gipfel bei Tabellenführer Hamburger SV war der Gegentreffer durch den Japaner Makoto Hasebe nur ein schwacher Trost für die Wolfsburger.

Im Schongang stimmte sich der HSV auf das Nordduell am Sonntag ein, hat aber auch schon das Achtelfinal-Duell im UEFA-Cup gegen Galatasaray Istanbul im Hinterkopf. „Im Rückspiel erwartet uns dort die Hölle“, prophezeite Trainer Martin Jol seinen Spielern. Und auch im Hamburger Hinspiel am 12. März dürften rund 15 000 türkische Fans für Stimmung sorgen.

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