Nix wie raus aus Strümpfelbach

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Deutsche Presse-Agentur

Strümpfelbach ist keine Filmerfindung. Der Ort, bei Stuttgart gelegen, heißt wirklich so. Und war sogar irgendwann in den 70ern „Deutschlands schönstes Dorf“. Tina Ruland nickt dazu: „Stimmt. Dort ist es wirklich schön“, sagt sie.

Allerdings war sie nur vier Tage da - für einige Szenen ihres Films „Nix wie raus aus Strümpfelbach“, den Sat.1 am Dienstag (31.3.) zeigt. Für die restlichen 17 Drehtage ging es wieder zurück nach Berlin.

Und was für Drehtage. Tina Ruland lacht und sagt: „Uns blieb fast nichts erspart.“ Auch nicht der Sprung in den oktoberlich kalten Landwehrkanal: „Den Sprung selbst, aus acht Meter Höhe in ein gerade mal zwei Meter tiefes Wasser, haben für uns noch Stuntmen gemacht. So was schafft nur ein Profi.“ Aber das Bad in voller Montur war schlimm genug: „Ich wollte schon mehrfach schreien: Holt mich hier raus! Aber ich wusste: Das hätte nur gebracht, dass wir die Szene gleich ein zweites Mal hätten drehen müssen.“

Anlass zu all den Mühen: Die halbflügge Tochter eines schon leicht in die Jahre gekommenen Ehepaares aus besonders tiefer Provinz will unbedingt nach Berlin, einer Party wegen. Die Mutter übt Toleranz. Der Vater ist dagegen, lässt sich schließlich überreden. Heimlich aber folgt er der Tochter. Die Mutter folgt wiederum dem Vater, damit er nicht zu viel pädagogischen Unfug anrichtet. Und dann geht es los.

Den beiden Herrschaften aus der Strümpfelbacher Dorf-Idylle widerfährt eigentlich alles, was einem in der Riesenstadt Berlin widerfahren kann: Sie fahren schwarz mit der S-Bahn und werden fast erwischt, geraten in ein Bordell und zwischen Dealer. Und sie springen eben auch in den Landwehrkanal, während das Töchterchen seelenruhig seine gar nicht so furchtbar aufregende Party feiert. „Eigentlich ein Road Movie“, meint Tina Ruland. Eines mit kleiner Moral am Schluss: Eine schon etwas schläfrig gewordene Ehe erhält durch das gemeinsam durchstandene Abenteuer neuen Schwung, alte Liebe erblüht von Neuem, und der etwas spießige Ehemann wird künftig vielleicht etwas weniger spießig sein.

Was aber die etwas keckere Frau Mama je zu diesem zunächst leicht verbohrten Erbsenzähler hingezogen hat, meint Tina Ruland zu wissen: „Er ist zuverlässig. Etwas langweilig vielleicht, aber was er sagt, das stimmt. Und das sollten Männer ruhig mal wissen: Uns Frauen macht solche Zuverlässigkeit mit diesem Gefühl dabei, "Da ist einer, dem kannst du vertrauen", ganz gewaltig an.“

Jörg Schüttauf, zum ersten Mal Ruland-Partner, spielt in dem von Ariane Zeller inszenierten Film diesen Ehemann, und ihn fand nun Tina Ruland überhaupt nicht spießig, sondern einfach rundum nett. Mit ihm überstand sie auch voll Vergnügen alle Film-Abenteuer und kam zum Schluss: „Wäre der Jörg nicht schon in einer festen Beziehung - also, den könnte ich glatt weg heiraten.“

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