Nicht den Humor verlieren

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Johannes Böhler Kommentarfoto
Johannes Böhler Kommentarfoto (Foto: Mareike Keiper)
Schwäbische Zeitung

Konsens ist: K.-O.-Tropfen und sexuelle Übergriffe haben auf der Fasnet nichts verloren – und auch sonst nirgendwo. Doch das ist ein völlig anderes Thema und sollte nicht mit einem harmlosen Scherz in einen Topf geworfen werden. Die Gefahren von Drogen für Kinder und Jugendliche dürfen nicht unterschätzt werden. Legalität sollte dabei jedoch nicht als einziges Indiz für Gefährlichkeit begriffen werden: Auch der nachlässige Ausschank von Alkohol an Minderjährige kann böse Folgen haben. Doch vor lauter Sorge um das Wohl der Jugend sollten wir nicht völlig den Humor verlieren. Späße, die die engen Grenzen des spießbürgerlichen Geschmacks überschreiten, müssen weiter erlaubt bleiben – erst recht auf der Fasnet. Zur Erinnerung: Wir sind das Land, in dem Satire fast alles darf – egal, wie Herrscher anderer Länder das finden. Diese Freiheit sollten wir uns auch weiterhin herausnehmen. Wenm nicht alle sofort begreifen, dass Süßigkeiten mit THC-Anteil, die in seriösen Onlineshops für 30 Cent das Stück zu haben sind, deutlich zu billig wären, ist das keine Katastrophe, sondern ein Missverständnis, das sich ausräumen lässt.

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